Kreis Viersen

Dr. Andreas Coenen (CDU)

Coenen

1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

In der kommenden Wahlperiode möchte ich unter anderem

  • die digitale Infrastruktur weiter ausbauen, indem wir zusätzlich zum bereits laufenden Glasfaserausbau in den unterversorgten Gebieten des Kreises ein eigenes Funknetz im Kreis aufbauen, um Daten schnell kabellos übertragen zu können,
  • weiterhin in die klassische und die neue Mobilität investieren, vor allem die Westverlängerung der Regio-Bahn S 28 (von Kaarster See über Willich-Schiefbahn und -Neersen bis Viersen) durchsetzen, aber etwa auch den Radschnellweg von Krefeld über Willich nach Mönchengladbach realisieren,
  • die Digitalisierung der Kreisverwaltung weiter vorantreiben, um für Unternehmen ein guter Partner zu sein.

2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann der Kreis Viersen Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Zunächst ist entscheidend, dass wir weiterhin die Krise gut managen. Das ist uns bislang gut gelungen, und wir werden als Kreis, der dafür zuständig ist, alles daran setzen, gemeinsam mit unseren Partnern, dass uns dies auch weiterhin gelingt.

Wir werden unsere heimischen Unternehmen nach Kräften unterstützen. Ich denke hier an die Beratung durch unsere Kreis-Wirtschaftsförderung, an die Stundung oder – wo möglich – den Erlass von Gebühren. Ich denke auch daran, wo immer das Vergaberecht dies zulässt, Unternehmen aus dem Kreis oder der Region zu beauftragen. Und ich denke nicht zuletzt daran, mich als Landrat mit dafür einzusetzen, dass unsere Unternehmen genügend Auszubildende finden. Und noch ein Punkt, der nicht nur in der Krise wichtig ist: Wir stehen als Kreis bei der Dauer von Genehmigungsverfahren gut da; gleichwohl möchte ich diesen Aspekt im Rahmen eines strukturierten Prozesses auf Optimierungspotenzial untersuchen – und dabei mit klären, ob wir das Gütezeichen „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ anstreben. Ich stehe dem aufgeschlossen gegenüber.

Am Ende geben wir als Verwaltung nicht den rechtlichen Rahmen vor, dessen es für eine Unterstützung der Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise bedarf; das ist Aufgabe der Europäischen Union, des Bundes und des Landes. Als Kommunalverwaltung kann der Kreis dennoch einiges bewirken.

3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Den Glasfaserausbau in den unterversorgten Gebieten im Kreis habe ich bereits genannt. Als Kreis Viersen waren wir die erste Kommune in Deutschland, die Geld aus dem sogenannten Sechsten Call des Bundesförderprogramms Breitband erhalten hat: Fördermittel von Bund und Land in Höhe von rund 42 Millionen Euro. Der Breitband-Ausbau im Kreis ist bereits in vollem Gange.

Der Bedarf an schnellem Internet endet aber nicht an der Haustür. Wir setzen als Kreis unsere Digitalisierungsoffensive fort durch den Aufbau eines eigenen Funknetzes im Kreis, um Daten schnell kabellos übertragen zu können. Das ist vor allem für Unternehmen wichtig, um Daten und Prozesse zu vernetzen.

Weiterhin sind wir dabei, die Defizite im Mobilfunknetz, zum Beispiel auf Teilstücken der Autobahnen, zu ermitteln und bei den Mobilfunkbetreibern auf deren Beseitigung hinzuwirken. Denn ein leistungsfähiges, störungsfreies Mobilfunknetz ist ein weiterer wesentlicher Baustein einer guten digitalen Infrastruktur im Kreis Viersen.

4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Mir ist wichtig, dass wir den Schutz des Klimas und unserer Umwelt als eine der zentralen Zukunftsaufgaben gemeinsam ansehen und angehen. Nicht einseitig mit Verbotsdiskussionen, sondern konstruktiv, indem wir Handlungsnotwendigkeiten erkennen und daraus resultierende Chancen ergreifen –  auch für unsere Unternehmen vor Ort. Ich will dies am Beispiel des gesunden Bauens nach den Grundsätzen der zirkulären Wertschöpfung verdeutlichen, das ich mir auf die Fahnen geschrieben habe und bei dem der Kreis Viersen Vorreiter in der Region ist. Mit dem Bau unseres neuen Kreisarchivs investieren wir – übrigens bei vollständig digitaler Planung – gleich doppelt in die Zukunft: ökologisch, da zum Beispiel viele Bauteile wiederverwendet werden können und das Gebäude mehr Energie erzeugt, als es verbraucht, und ökonomisch, weil das Gebäude im Lebenszyklus deutlich günstiger ist als ein herkömmliches.

Nach diesen Grundsätzen werden wir als Kreis Viersen auch künftig bauen. Ich freue mich, dass viele Bauunternehmen und -handwerker aus dem Kreis und der Region diese Ideen aufgreifen und dass wir beim Bau des Kreisarchivs bereits einige unserer Unternehmen beauftragen konnten. Ich möchte diesen Faden weiter spinnen und bei uns im Kreis Viersen ein Cluster für gesundes Bauen etablieren.

5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für  die Unternehmen ist. Was planen  Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

Die Kreisverwaltung Viersen ist bereits eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung. Das ist bereits bisher unser Bestreben gewesen und das wird mein Handeln auch in Zukunft leiten. Ich nenne als Beispiel die guten Werte bei der Dauer von Baugenehmigungsverfahren. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen. Besonders den Aspekt der Dauer von Genehmigungsverfahren möchte ich in der nächsten Wahlzeit im Rahmen eines strukturierten Prozesses auf Optimierungspotenzial untersuchen.

Weiterhin werde ich die Digitalisierung der Kreisverwaltung weiter vorantreiben. Zurzeit erarbeiten wir eine Digitalisierungsstrategie und bearbeiten dabei in einem ersten Schritt die internen Prozesse sowie die Beziehungen zu Bürgerinnen/Bürgern und Unternehmen. Wie von kommerziellen Anbietern gewohnt, erwarten Bürger wie Unternehmen von der öffentlichen Verwaltung zurecht eine unkomplizierte digitale Kommunikation, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit inklusive Status-Nachrichten und eine zeitnahe Erledigung ihres Anliegens. In einem zweiten Schritt werden wir uns Themenfeldern zuwenden, die außerhalb der Kreisverwaltung liegen, aber für die Zukunft des Kreises von großer Bedeutung sind, etwa der Telemedizin.

Nicht zuletzt gilt, dass ich für Unternehmen immer auch persönlich ansprechbar bin.

6. Der Kreis Viersen hat eine hohe Aufenthaltsqualität und ist attraktiv für Touristen. Möchten Sie den Tourismus im Kreis weiter fördern und wenn ja, wie?

Als Kreis Viersen haben wir uns mit den Nachbarkreisen Heinsberg, Kleve und Wesel in der Niederrhein Tourismus GmbH zusammengetan, um die touristische Destination Niederrhein gemeinsam weiterzuentwickeln.

Ich möchte den Tourismus im Kreis Viersen weiter fördern. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Kreis Viersen – mit Wachstumspotenzial. Der kontinuierliche Zuwachs bei den Übernachtungszahlen bis zum Beginn der Corona-Krise bestätigt das. Das ist zum einen Ergebnis eines konsequenten Marketings: Mit der Marke „So gut. So weit“ ist der Niederrhein deutschlandwert deutlich besser sichtbar. Zum andern sind dies die Früchte der guten Arbeit unserer Übernachtungsbetriebe. Jetzt in der Krise gilt es besonders, die Betriebe zu unterstützen. So habe ich mich dafür eingesetzt, dass wir den Unternehmen ihren Anteil am Marketing-Budget der Gesellschaft erlassen.

Mein Ziel ist, dass wir die Landesgartenschau 2026 in den Kreis Viersen holen. Dafür habe ich seinerzeit intensiv geworben. Inzwischen sind wir mit der Bewerbung „Grefrath im Kreis Viersen“ auf einem guten Weg. Wenn wir es schaffen, im Jahre 2026 Gastgeber dieses Großereignisses zu werden, wäre das neben dem Imagegewinn für Grefrath und den gesamten Kreis Viersen ein enormer Schub für den Tourismus und weitere Branchen, etwa den Einzelhandel.

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern? Wie stehen Sie zur Verlängerung der Linie S 28 nach Willich, Mönchengladbach und Viersen?

Für die Westverlängerung der S 28 vom derzeitigen Endhaltepunkt Bahnhof Kaarster See über Willich-Schiefbahn und -Neersen bis zum Bahnhof Viersen kämpfe ich seit Jahren. Ich habe immer gesagt, das wird ein Langstreckenlauf; und ich habe Durchhaltevermögen. Wir haben schon einiges erreicht: So haben wir aktuell in einer Studie die verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Vorteile der Westverlängerung aufgezeigt. Damit würde die Anbindung des Kreises Viersen an die Landeshauptstadt Düsseldorf maßgeblich verbessert. Daher möchte ich die Verhandlungen mit unserer Nachbarstadt Mönchengladbach, an deren fehlender Mitwirkung ein Weiterkommen bislang gescheitert ist, zu einem Erfolg führen. Aufgrund meiner letzten Gespräche bin ich optimistisch.

Grundlage für Mobilität ist ein guter Zustand der Verkehrsinfrastruktur, beim Kreis: der Kreisstraßen. Als bundesweit erster Straßenbaulastträger haben wir 2017 ein zertifiziertes Straßenerhaltungsmanagement eingeführt. Hierbei wird regelmäßig der Zustand der Fahrbahnen und Radwege ermittelt und bewertet. Daraus ergeben sich die erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen, die nach Priorisierung ein mehrjähriges Erhaltungsprogramm ergeben, das wir umsetzen. Ein Beispiel: die Erneuerung der K 8 in Viersen zwischen Hausen und Mackenstein, bei der auch die Erweiterung des Gewerbegebiets Mackenstein angebunden wird.

8. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Welche Vorschläge zur Ausweisung von Gewerbeflächen haben Sie für den Kreis Viersen?

Als Kreis Viersen unterstützen wir gerne bei der Vermittlung von Gewerbeflächen und stellen die notwendigen Kontakte zu den Wirtschaftsförderungen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden her, denn diese verfügen über die Flächen.

Ein Ass im Ärmel haben wir im Kreis Viersen mit der Entwicklung des ehemaligen Militärflughafens in Elmpt zu einem Gewerbe- und Industriegebiet. Bei diesem Großprojekt haben wir als Kreis Viersen, gemeinsam mit der Kreis-Wirtschaftsförderung und der Gemeinde Niederkrüchten, schon viel erreicht. Wir stehen mit der dafür gegründeten Gesellschaft kurz vor dem Kauf des Geländes vom Bund und der Findung eines Investors. Wir haben mit der Entwicklung des Flughafengeländes in Elmpt eine Großchance, hochwertige Arbeitsplätze in beachtlichem Ausmaß zu schaffen. Wir sind gerade mittendrin, diese Chance zu nutzen. Die Gemeinde Niederkrüchten und der gesamte Kreis Viersen werden enorm gestärkt.

9. Die Unternehmer in der Region befürworten das engmaschige Berufsschulnetz am Mittleren Die Ausstattung der Schulen wird jedoch häufig als verbesserungswürdig angesehen. Inwiefern planen Sie Investitionen in die Berufsschulinfrastruktur in Ihrem Kreis?

Wir stehen mit unseren Berufsschulen im Wettbewerb in der Region und fühlen uns den Betrieben verpflichtet, diese gut auszustatten. Daher haben wir unseren Schulentwicklungsplan hochaktuell gehalten. Jeder verbaute Stein, jede neue Werkbank, jeder Breitbandanschluss sind eine Investition in junge Menschen, die Ausbildungsbetriebe, den Standort Kreis Viersen – und damit eine Investition in die Zukunft.

Wir als Kreis Viersen investieren laufend in unsere Schulen – die Berufs- und die Förderschulen. Der bauliche Zustand unserer Schulen ist sehr gut, und das soll so bleiben. Alle Hauptstandorte verfügen über eine hochleistungsfähige Internetanbindung; die übrigen Standorte werden bis Ende nächsten Jahres folgen. Seit 2015 haben wir rund 15 Millionen Euro in die Hand genommen für Unterhaltung, Instandhaltung und Investitionen. Beispielhaft nenne ich am Berufskolleg Kempen den Neubau der Cafeteria und die Erneuerung der Beleuchtung, am Berufskolleg Viersen den Neubau der Holz- und Metallwerkstatt und den Neubau der Cafeteria mit der Sanierung des Altbaus.

Annalena Rönsberg (SPD)

Annalena Rönsberg_bearbeitet

1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

Eine wichtige Maßnahme ist der Ausbau der Digitalisierung. Dies bietet die Möglichkeit, Kommunikationswege zu verbessern und zu beschleunigen sowie Bürokratie abzubauen.
Außerdem müssen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten von Unternehmen stärker berücksichtigt werden, damit gute und faire Arbeitsplätze in unserem Kreis bleiben und weitere geschaffen werden können. Dazu muss der regionale Gedanke im Vordergrund stehen und auf interkommunale Gewerbegebiete gesetzt werden.
Mit Blick auf die Fachkräfteentwicklung wird es in Zukunft noch wichtiger sein auszubilden. Eine nötige Maßnahme ist die Modernisierung unserer Berufsschulen. Dies dient auch der Qualität der Ausbildung.

2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann der Kreis Viersen Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Die Unternehmen in unserem Kreis wurden sehr unterschiedlich von der Krise getroffen. Die Hilfen von Bund und Land sind in Teilen bereits auch bei den Unternehmen im Kreis Viersen angekommen, aber längst nicht bei allen. Dabei konnten wir feststellen, dass die Wirtschaftsförderungen bedeutende Ansprechpartner für die Unternehmen in der Krise waren – auch im Kreis Viersen. Meines Erachtens muss zunächst genau geschaut werden, welche Impulse wir setzen müssen, um Unternehmen schnell und unkompliziert helfen zu können. Die Sorgen und Nöte, die Unternehmen durch die Coronakrise haben, sind sehr heterogen. Während einige dringend Kundenaufträge benötigen, mangelt es bei anderen womöglich an der Erarbeitung von Hygiene- und Abstandskonzepten. Bei der heterogenen Problemlage müssen die Lösungen passgenau, flexibel und vor allem schnell sein. Mein Ziel ist dabei, dass jedes Unternehmen, das durch die Krise getroffen wurde und Hilfe benötigt, diese auch unbürokratisch und schnell erhält.
Perspektivisch ist mir wichtig, dass in dieser, für die Unternehmen schwierigen Situation, weiter auf die Ausbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesetzt wird. Hier darf es auch mit Blick auf die künftige Fachkräfteentwicklung keinen Einbruch geben. Das würde uns in den nächsten Jahren treffen und wäre dann kurzfristig nicht mehr reversibel.

3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Eine gute Kommunikation und ein gegenseitiger Austausch sind wichtig für die Entwicklung der Wirtschaft in unserem Kreis. In den letzten Jahren sind die Themen und Herausforderungen von Wirtschaft – und entsprechend die Arbeit der Wirtschaftsförderungen in den Kommunen – komplexer und vielfältiger geworden. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, dass Angebote, Möglichkeiten und Kommunikationswege überschaubar und transparent bleiben. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen oder Start-Ups ist deren Mangel oft eine enorme Belastung. Die Servicedienstleistung der Wirtschaftsförderungen hat daher an Bedeutung gewonnen, die wir großschreiben müssen. Wir brauchen feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die die Unternehmen passgenau mit nötigen Informationen versorgen. Priorität hat dabei die Digitalisierung, um Informationen schnell und zielgerichtet weiterzuleiten.

Darüber hinaus ist es notwendig, bei der Frage von Ansiedlungs- und Erweiterungswünschen nicht nur konstruktiv zu unterstützen, sondern auch zügig zu handeln. Der Status des Prozesses muss eng mit den Unternehmen kommuniziert werden.

4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Beratungsangebote können den Unternehmen helfen, ihre Gebäude energetisch und wirtschaftlich sinnvoll umzurüsten. Darüber hinaus zeigt ein Blick über den Tellerrand, dass Unternehmen innovative Vorreiter z.B. in den Bereichen Brennstoffmobilität oder Digitalisierung werden können. Hier ist ein Austausch über Best Practice Beispiele wichtig. Eine Vorreiterrolle ist ein Imagegewinn für die Unternehmen selbst und den Kreis Viersen als Wirtschaftsstandort und daher erstrebenswert. Denkbar sind auch die Auslobung von Wettbewerben und die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Universitäten und dem Forschungszentrum Jülich.

Für Unternehmen bieten sich viele Möglichkeiten, nicht nur im Sinne des Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken, von Fördermaßnahmen zu profitieren. Land, Bund und EU bieten verschiedene Fördertöpfe. Es ist im Sinne der Unternehmen, wenn die Informationen zentral gebündelt, gefiltert und an potentielle Interessenten herangetragen werden.

Für die Beschäftigten muss ein entsprechendes Mobilitätsangebot gewährleistet werden, damit sie umweltfreundlich zur Arbeit gelangen können. Hier müssen wir Anreize schaffen.

5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für  die Unternehmen ist. Was planen  Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

Wir müssen die Anliegen der Unternehmen ernst nehmen und Lösungen für Probleme finden. Ein regelmäßiger Austausch der Akteure ist für eine gute Zusammenarbeit unerlässlich. Des Weiteren ist es erforderlich, Informationen und Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ein Baustein dafür ist die Digitalisierung von Abläufen und der Abbau von Bürokratie. Auch feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Unternehmen sparen Zeit und sichern eine gute Qualität der Kommunikation. Es muss gewährleistet werden, dass Unternehmen ab der Suche nach Ansiedlungsmöglichkeiten eng begleitet und beraten werden und auch im laufenden Betrieb eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Der Breitbandausbau muss endlich vorangebracht werden. Nicht nur Unternehmen in Gewerbe- und Industriegebieten benötigen schnelles Internet, es ist auch für Unternehmen an anderen Standorten und Privatpersonen dringend notwendig.

6. Der Kreis Viersen hat eine hohe Aufenthaltsqualität und ist attraktiv für Touristen. Möchten Sie den Tourismus im Kreis weiter fördern und wenn ja, wie?

Ja, auf jeden Fall müssen wir den Tourismus in unserem Kreis weiter stärken. Gerade die Lage im Grenzgebiet bietet große Möglichkeiten insbesondere den Tagestourismus zu stärken.

Um unseren Tourismus zu fördern müssen wir unsere Naherholungsräume schützen und neben den vorhandenen, weitere Highlights schaffen. Durch Kooperationen mit Partnern wie dem NABU, Pfadfindern etc. können Natur- und Erlebnispfade, wie z.B. im Schlosspark in Neersen entstehen und zu einer höheren Attraktivität vor allem für Familien beitragen. Nicht nur unsere Naherholungs- sondern auch unsere Kulturlandschaft trägt zu einer hohen touristischen Attraktivität bei. Durch eine enge Zusammenarbeit mit und zwischen den Kommunen kann ein abgestimmtes touristisches Gesamtkonzept mit Blick auf Naherholung und Kultur geschaffen werden. Wichtig ist dabei auch, eine einheitliche Werbestrategie gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen zu entwickeln. Für den Tourismus ist auch ein ansprechendes gastronomisches Angebot von großer Bedeutung. Gerade nach der Coronakrise muss die hiesige Gastronomie und Kultur unterstützt werden.

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern? Wie stehen Sie zur Verlängerung der Linie S 28 nach Willich, Mönchengladbach und

Grundsätzlich gilt, dass eine gute kommunale Verkehrsinfrastruktur unerlässlich für die Ansiedlung von Unternehmen und die Attraktivität unseres Standortes ist. Gleichwohl müssen wir im gesamten Verkehrsbereich auf umweltfreundliche und nachhaltige Alternativen setzen. Digitalisierung bietet die Möglichkeit, alternativ und ergänzend zur Verkehrsinfrastruktur Mobilität intelligent weiterzuentwickeln. So können Ressourcen geschont, Energien effizient genutzt und Kapazitäten ausgeschöpft werden. Konkret helfen z.B. intelligente Verkehrsführungen und digitale Parkplatzsuchsysteme. Diese sparen Zeit und Fahrwege. Digitalisierung kann nur mit einem flächendeckenden Breitbandausbau funktionieren. Schnelles Internet muss Unternehmen und Privatpersonen kreisweit zur Verfügung stehen.   

Die S28 ist eines der wichtigsten Projekte für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur im Kreis Viersen. Mit Blick auf die Pendlerströme benötigen wir ein gutes Mobilitätsangebot, damit Beschäftigte komfortabel und zuverlässig ihren Arbeitsplatz erreichen können. Dies ist ein wichtiger Standortfaktor. Der ÖPNV muss sich bedarfsgerecht und „on demand“ entwickeln. Auch hier setze ich auf Digitalisierung. Moderne Technologien ersetzen feste Fahrpläne und schaffen die von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Flexibilität. Das betrifft ebenso Bürgerbusse und Carsharing.

8. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Welche Vorschläge zur Ausweisung von Gewerbeflächen haben Sie für den Kreis Viersen?

Wir benötigen eine geeignete Standortstrategie, um im Wettbewerb um geeignete Ansiedlungsflächen konkurrenzfähig zu sein. Die WFG hat bereits eine Standortstrategie erarbeitet. An diesen richtigen Weg müssen wir anknüpfen und prüfen, welche Maßnahmen nötig sind, um die Nachfrage an Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen adäquat bedienen zu können.

Grundsätzlich ist das Angebot von Gewerbeflächen notwendig, damit Arbeitsplätze im Kreis Viersen entstehen können und erhalten bleiben. Der Erhalt von bestehenden attraktiven Arbeitsplätzen und die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten mit fairen Arbeitsbedingungen sind mir sehr wichtig. Dazu ist es erforderlich, Unternehmen ihre Existenz und ihre Perspektive zu sichern. Dies geht nur über einen zukunftsfähigen Standort. Gerade bei der neuen Ausweisung von Gewerbeflächen halte ich eine interkommunale Zusammenarbeit für besonders bedeutend. Wirtschaftsförderung muss regional gedacht werden. Durch eine gute Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen können Synergien genutzt und Stärken gebündelt werden. Gleichzeitig sollte man die Reaktivierung von Brachflächen anstreben. Dies bietet den Vorteil auf Flächenversieglung verzichten und Erschließungskosten minimieren zu können.

9. Die Unternehmer in der Region befürworten das engmaschige Berufsschulnetz am Mittleren Die Ausstattung der Schulen wird jedoch häufig als verbesserungswürdig angesehen. Inwiefern planen Sie Investitionen in die Berufsschulinfrastruktur in Ihrem Kreis?

Die Einschätzung teile ich uneingeschränkt. Eine Modernisierung ist dringend geboten, um die Qualität der Ausbildungen gewährleisten zu können. Durch eine zeitgemäße Ausstattung der Berufsschulen können die Schülerinnen und Schüler adäquat auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet werden.

Die Berufsausbildung ist ein entscheidender Faktor, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wenn Berufsschülerinnen und -schüler für eine Ausbildung gewonnen und durch die Ausbildung an Unternehmen herangeführt werden, profitiert unser Wirtschaftsstandort. Dies bedarf eines vielfältigen, hochwertigen und modernen Ausbildungsangebots.

Udo van Neer
(FDP)

Udo van Neer - FDP

1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

  1. Der Kreis Viersen muss endlich die Kriterien der mittelstandsfreundlichen Kommunen erfüllen und der Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen V. betreten. Das darf im Kreis Viersen nicht länger Wunschdenken bleiben, sondern muss durch kurze Wege, schnelle Genehmigungen und klare Kriterien tagtäglich erfüllt werden!
  2. Die Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung des Kreises mit den städtischen Wirtschaftsförderern muss intensiviert werden, um ein starkes Netz für die lokale Wirtschaft zu knüpfen.
  3. Den Breitbandausbau mit Glasfaser sowie die Versorgung mit 5G muss zügig vorangebracht werden, damit der Kreis Viersen für Unternehmen attraktiver wird.

2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann der Kreis Viersen Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Erwirtschaften geht vor Verteilen, und dies gilt umso mehr, um aus der Krise wieder herauszukommen! Deshalb muss der Kreis Viersen alles unternehmen, damit unsere Betriebe wieder schnellstmöglich in die Lage versetzt werden, ihren Geschäften nachzugehen und Umsätze und Gewinne zu generieren. Dies ist die beste Beschäftigungspolitik, dies sichert Arbeitsplätze und unseren Wohlstand!

Es gibt eine Vielzahl von Förderprogrammen, Liquiditätshilfen, Krediten und anderen Hilfsmitteln. Der Kreis Viersen muss hier den Unternehmen als Lotse dienen!

Als Landrat werde ich den Schwerpunkt auf die Stärkung der Infrastruktur legen, sowohl beim Verkehr als auch beim Breitbandausbau. Damit werde ich die Attraktivität des Kreises für Neuansiedlungen erhöhen und die Standortortbedingungen für vorhandene Unternehmen verbessern.

Falls die Infektionszahlen es erlauben, sollten verkaufsoffene Sonntage ermöglicht bzw. erlaubt werden. Der Kreis Viersen sollte die Initiative der Landesregierung. aufgreifen und den Einzelhandel unterstützen.

3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Gerade die Corona-Krise hat bei der Digitalisierung beide Seiten offengelegt: Was plötzlich möglich ist und was dringend nötig ist. Der im Zuge der Krise erfolgte Schub für digitale Angebote, Videokonferenzen aber auch Homeoffice und mobiles Arbeiten muss von der vorhandenen Infrastruktur getragen werden.

Eine leistungsstarke digitale Infrastruktur ist heute Teil der Grundversorgung. Hierzu muss auch das Mobilfunknetz konsequent weiter ausgebaut werden. Dies gelingt durch die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und die frühzeitige Prüfung von Standorten für Funkmasten. Wenn möglich sollte der Kreis hierzu auch Flächen und kreiseigene Gebäude bereitstellen. Auch der nächste und übernächste Mobilfunkstandard braucht Antennenstandorte, schnelle Realisierungsprozesse und den ausdrücklichen politischen Willen, diese zu unterstützen und zu fördern!

4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Für uns sind Ökonomie und Ökologie kein Widerspruch! Wir wollen beides in Einklang bringen. Wir Freien Demokraten sehen die Notwendigkeit für Umwelt- und Klimaschutz und wollen diesen durch Innovationen statt durch Verbote realisieren. Unser politisches Handeln hat das Ziel, unseren Industriestandort zu erhalten und den nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt und ein stabiles Klima zu hinterlassen.

Ein zentrales Element hierzu ist die Verkehrsinfrastruktur. Als Landrat will ich die Belastungen für die lokale Wirtschaft begrenzt halten. So hat der Individualverkehr für Handwerk und Einzelhandel eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Ich lehne Verbote für einzelne Antriebsarten wie den Dieselmotor klar ab und setze stattdessen auf Anreize für innovative Antriebsarten. Ich möchte prüfen, wie Transportkonzepte wie Bürgerbusse, Rufbusse oder eine Kombination von Personen- und Gütertransporten auf die Bedürfnisse im Kreis abgestimmt und umgesetzt werden können. Interessant sind auch Konzepte wie Ruf-Taxen, die mehrere Fahrtanfragen zu einer „Busstrecke“ kombinieren. Dabei könnte man von den in anderen Kommunen gemachten Erfahrungen profitieren, z.B. vom SWCAR in Krefeld oder CleverShuttle in Düsseldorf.

Auch sollte der Kreis regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen auf dem Energiesektor und Förderungsmöglichkeiten zur energetischen Sanierungen informieren.

5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für  die Unternehmen ist. Was planen  Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

Die Freien Demokraten wiederholen ihre Forderung, dass sich der Kreis Viersen für das Gütezeichen „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ bewerben soll.

Mittlerweile 28 Kommunalverwaltungen aus dem gesamten Bundesgebiet arbeiten unter diesem Gütezeichen daran, das Beste für den Mittelstand vor Ort zu erbringen.

Die Verwaltung hat mit dem Gütezeichen die Möglichkeit, ihre Prozesse zu optimieren und zur Effizienzsteigerung beizutragen. Unternehmen im Kreis Viersen erhalten so Planungssicherheit und Transparenz bei ihren jeweiligen Vorhaben. Sie wissen, wer ihr Ansprechpartner ist und wie viel Zeit die Bearbeitung des Antrages in Anspruch nimmt. Insgesamt kann das Gütezeichen einen großen Standortvorteil bieten. Denn schnelle und zuverlässige Kommunalverwaltungen gehören zu den wichtigsten Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen und sind somit ein klarer Standortvorteil.

Wir werden hier nicht locker lassen, bis auch die Mehrheit im Kreistag und die Kreisverwaltung dem Anliegen zustimmen!

6. Der Kreis Viersen hat eine hohe Aufenthaltsqualität und ist attraktiv für Touristen. Möchten Sie den Tourismus im Kreis weiter fördern und wenn ja, wie?

Für unseren Kreis Viersen hat der Tourismus eine besondere Bedeutung. Wir wollen die „Region Niederrhein“ weiter fördern und ausbauen.

Der Kreis Viersen hat ein reichhaltiges Angebot an Landschaften und eine Vielzahl von Seen und Flüssen. Dieses Potenzial sollten wir noch stärker auch im Aktiv-Sport Bereich nutzen. Hier kann zum Beispiel die Einrichtung einer „Niederrheinischen Triade“ – bestehend aus Wandern, Radfahren und Wassersport – eine attraktive Erweiterung sein, an der sich auch Vereine und Städte beteiligen können.

Hierzu zählt auch eine bessere Fahrradinfrastruktur nach dem Beispiel der Niederlande, um noch stärker als „Radregion Niederrhein“ wahrgenommen zu werden. Dazu gehört auch die Verbesserung öffentlicher Ladestationen und Sanitäranlagen, damit Radfahrer unbesorgt an ihr Ziel gelangen.

Neben altbewährten Formen des Tourismus kann die Infrastruktur am Niederrhein auch dafür genutzt werden, neue Wege auszuprobieren. Dazu soll vermehrt mit Investoren über Flächen gesprochen werden, die für Camping- oder „TinyHouse“- Plätze verwendet werden können. Hieraus ergeben sich zusätzliche Arbeitsplätze, auch im Bereich der Gastronomie.

Zusätzlich sollte eine „Niederrhein-Card“ für Touristen und Einwohner eingeführt werden, die ÖPNV-Fahrten zu Sehenswürdigkeiten preislich reduziert und sämtliche Familienermäßigungen und Rabatte bietet.

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern? Wie stehen Sie zur Verlängerung der Linie S 28 nach Willich, Mönchengladbach und

Ich setze mich dafür ein, dass neue und innovative Möglichkeiten des ÖPNV im Kreis Viersen getestet werden. Der Kreis Viersen soll eine Modellregion werden, in der neben den normalen Buslinien digitale Bushaltestellen nach Vorbild des privaten Anbieters „MOIA“ oder „CleverShuttle“ einen effektiveren und nachhaltigeren Personennahverkehr erzielen. Die Busse sollen ähnlich wie ein Sammeltaxi bedarfsorientiert ihre Routen planen. Zusammenarbeiten lässt sich dabei unter anderem mit der SWK aus Krefeld, die mit dem SWCAR ein solches Konzept anbietet und schon erwägt, über Tönisvorst ins Viersener Kreisgebiet vorzustoßen.

Um die Anbindung an Düsseldorf für Berufstätige, Studenten und Auszubildende zu verbessern und die A52 zu entlasten, hat die Verlängerung der S28 von Kaarst über Schiefbahn, Neersen, Mönchengladbach-Neuwerk bis nach Viersen oberste Priorität. Hier muss endlich mit der Stadt Mönchengladbach eine Verständigung erzielt werden.

Zudem müssen die Verbindungen des RE 10 und des RE 13 verbessert werden. Ebenfalls zu prüfen ist eine Verlängerung der S8 bis nach Viersen.

8. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Welche Vorschläge zur Ausweisung von Gewerbeflächen haben Sie für den Kreis Viersen?

Die Abwanderung des Onlinehändlers Reuter und die Umsiedlungsüberlegungen der Firma Kamps machen deutlich, dass eine kleinkarierte Gewerbepolitik dem Kreis Viersen in Gänze schadet! Deshalb sollte es Aufgabe des Kreises sein, die unterschiedlichen Entwicklungen von Gewerbeflächen in den einzelnen Kommunen zu unterstützen und zu koordinieren. Nicht immer hat die Standortgemeinde das passende Angebot, aber vielleicht die Nachbarkommune. Es ist allemal besser, dass ein Betrieb im Kreis bleibt als dass er sein Glück außerhalb sucht. Die WFG des Kreises sollte als Bindeglied zu den einzelnen Akteuren wie den Kommunen, der IHK, Handwerkskammer und den Werberingen dienen. Wir haben riesige Potenziale in allen Kommunen, die es zu heben gilt. Auch der ehemalige Flughafen Elmpt bietet enorme Beschäftigungspotentiale für den Westkreis, die wir nutzen sollten. Die FDP steht zu einer am Bedarf ausgerichteten Flächenpolitik! Die Sicht der FDP, dass funktionierende Wirtschaft Flächen substanziell benötigt, um im Wettbewerb und in Krisen bestehen zu können, ist nie klarer bestätigt worden als 2020.

9. Die Unternehmer in der Region befürworten das engmaschige Berufsschulnetz am Mittleren Die Ausstattung der Schulen wird jedoch häufig als verbesserungswürdig angesehen. Inwiefern planen Sie Investitionen in die Berufsschulinfrastruktur in Ihrem Kreis?

Für die Freien Demokraten sind die akademische und die berufliche Bildung gleichwertig. Die Berufsschulen im Kreis Viersen genießen derzeit einen guten Ruf.

Aber sind sie auch fit für die Zukunft? Wir setzen uns ein für eine weiterhin auskömmliche Ausstattung insbesondere im Digitalbereich. Wir wollen das vielfältige Angebot bedarfsorientiert weiterentwickeln und können uns zum Beispiel im Bereich des Gartenbaus, oder im Logistik- und Transportgewerbe weitere Fachklassen vorstellen. Gleichzeitig wollen wir die Kooperation von allgemeinbildenden Schulen mit beruflichen Schulen und der lokalen Wirtschaft vor Ort stärken.

Jörg Otto von Gierke
(Die PARTEI)

Otto von Gierke

1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

1. Digital- und Nahverkersinfrastruktur ausbauen
Unser Fernziel ist es, auch wieder Einhörner ins öffentliche Nahverkehrsnetz einzubeziehen.Vorher wird aber das öffentliche Nahverkehrsnetz im Kreis Viersen extrem ausgebaut mehr Busse, Bahnen und Bahnhöfe, gute Radverkehrswege und neue Wasserstrassen im Kreis – beim Buddeln wird das Breitbandinternet kreisweit gleich mit ausgebaut.

2. Europort Swalm-Roer / Hansekreis Viersen
Internationales Hafenterminal an der Westgrenze des Kreises (Grenze NL)

3. Entfettung der Vetternwirtschaft der Wirtschaftsförderung (Kreis/Städte)
Selbsterklärend

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2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann der Kreis Viersen Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Lokale und Wirtschaft in Corona-Zeiten gehören vielfältig gefördert.

Einzelhandel:
IP-Sperrung von großen Onlineshops- und Handelsplattformen mit Steueroasen im Nirgendwo (z.B. Irland) im gesamten Kreis Viersen Montag bis Samstag von 09::00 Uhr bis 18:30 und an verkaufoffenen Sonntagen.
Abschaltung beruflich genutzter Internetverbindungen von 21:00 Uhr bis 6:30 montag bis Samstag und Sonntag ganztägig.

Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft
Da haben wir keine tollen Lösungen parat. Jedes Unternehmen ist sich selbst das Nächste und schaut wie es für sich selbst vorteilhaft weitergeht. Wie im Leben gilt auch für eine freie Wirtschaft: Survival of the fittest – ohne Unterstützung für die großen Unternehmen aus Steuermitteln. Der richtige Weg wäre für alle Bereiche hin zu mehr Umweltschutz im eigenen betrieb

Freibier für die schwache Mitte:
Kunst, Kultur, Kneipen, Clubs sind vom Aussterben bedroht und damit stirbt gerade die Kultur der Region weg. Nichts zu essen da, außer Antragspapiersuppe. Deswegen sollte es für alle über 16 Jahren eine einmalige Rückerstattungsmöglichkeit i.H.v. 50 Euro für Ausgaben für Kneipe, Theater und Co. Im Kreis Viersen geben. Ob Bier oder Bach-Symphonie: Coronagerechte Angebote benötigen dringend Geld. „Versaufen“ sehen wir als Wirtschaftsförderung i.e.S.! Prost!

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3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Ausbau des Breitbandinternets kreisweit und transparente Kommunikationskultur der Kreis-Verwaltung gegenüber den Bürger*innen im Kreis.
Transparenz nach außen bei Vereinbarungen/Verhandlungen zwischen Kreis und Städten.

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4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Eine CO2enen-neutrale Umwelt- und Klimapolitik hätte das Potential für die Erreichung von Umwelt- und Klimazielen im Kreis Viersen zum Wohle aller Bürger*innen und der Umwelt.
Nur ein Beispiel, das es zum Schutz der Umwelt zu verhindern gilt, ist die geplante MWLZ (Müll- und Wertstoff-Logistik-Zentrale) am äußersten Ende des Kreises in Nettetal an der NL-Grenze, wodurch viele viele unnötige Mehrkilometer verfahren würden. Nicht nur Klima- und umwelttechnisch eine desaströse Fehlplanung von Anfang an, sondern auch wirtschaftlicher Nonsens auf Kosten der Steuerzahler. Zudem würde kein hiesiges Unternehmen von dem Bau profitieren – sowas geht immer nach ausserhalb. Das alles gilt es zu ändern um einen umweltbewussten und klima-neutralen Unternehmensstandort „Kreis Viersen“ zu garantieren.
Eine aus diesem Irrsin geborene Idee ist es in allen 27 Kreiswahlbezirken kleine und günstige Mini-Müllschusen zu erreichten. Keine Bevorzugung von nettetal-West. So bleibt das Müll-Business lokal, Mehrkilometer werden gespart. Und so weiter…

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5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für  die Unternehmen ist. Was planen  Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

– Entfettung der Vetternwirtschaft der Wirtschaftsförderung (Kreis/Städte)
– Schulungsmaßnahmen für die Kreisverwaltung (Digitalisierung)
– Modernisierung der arbeitsmittel (insbesondere IT) der kreisverwaltung
– Einführung der „papierlosen“ Verwaltung
– Anhebung des Betrags für eine „Zwangsmitgliedschaft“ in der IHK auf 2 Millionen Euro Umsatz in Jahr.

6. Der Kreis Viersen hat eine hohe Aufenthaltsqualität und ist attraktiv für Touristen. Möchten Sie den Tourismus im Kreis weiter fördern und wenn ja, wie?

Der Klimawandel läßt die Meeresspiegel ansteigen. Die Nordsee wird irgendwann entlang der Erhebung zwischen Deutschland und den Niederlanden entlang der gesamten West-Grenze des Kreises ebben und fluten. Für diese Entwicklung sehen wir einen 3-Stufen-Plan bis 2030 vor:

2021 – 2023 (Vorbereitung)
Teilweise Rodung von Wald und Rekultivierung der Sandböden hin zu feinen Dünenlandschaften und zukünftigen Sandstränden.

2024 – 2077
Mit diesen Vorraussetzungen werden Hotelketten und andere Investoren die Chance ergreifen und die Region in eine für alle gewinnbrigende Hotel- und Ferienpark-Hochburg verwandeln.

2025 – 2030
Diese Retortenstadt der Zukunft vor den Wassersportgebieten in Roermond schliesst direkt an den
EUROPORT SWALM-ROER an. Unser Zukunftprojekt, das uns zum Hansekreis Viersen machen wird!
Verhandlungen über die sukzessive Verlegung der Häfen von Amsterdam und Rotterdam in den Brachter Wald sollten schon 2021 aufgenommen werden..

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern? Wie stehen Sie zur Verlängerung der Linie S 28 nach Willich, Mönchengladbach und

Mehr ÖENV – Unser fantasievolles Fernziel ist es, auch wieder Einhörner, Pferde oder sogar Alpakas in das öffentliche Nahverkehrsnetz einzubeziehen. Es passt zur verträumten Idylle des niederrheinischen Kreis Viersen und ist auch touristisch gesehen ein Highlight.
Aber bevor die Einhörner fliegen (gibt ja nicht soviele), muß erst einmal das öffentliche Personennahverkehrsnetz im Kreis Viersen auf Vordermann gebracht und extrem ausgeaut werden.

Wir wollen mehr Busse, Bahnen und Bahnhöfe sowie gute Radverkehrswege und neue Wasserstrassen und Häfen im Kreis: Ausbau der Nahverkehrs-Infrastruktur der Zukunft.

Alle sollen erreichen können, wo mensch hin will. Nur wenn es möglich ist, schnell und sicher mit Bus, Bahn, Boot oder Rad von A nach B im Kreis Viersen und darüber hinaus zu kommen, haben wir unser erstes Ziel erreicht. Danach kommen die Einhörner zum Einsatz. Versprochen!

8. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Welche Vorschläge zur Ausweisung von Gewerbeflächen haben Sie für den Kreis Viersen?

Es gibt ausgewiesene Gewerbeflächen zum Besiedeln im Kreis und auch ungenutzte oder gar verwaiste Gewerbeflächen. Bevor man weitere Grünflächen oder Äcker zu bebauen plant, gilt es die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich auszuschöpfen.
Beim projektierten Flughafen-Areal in Niederkrüchten gilt es die Fehler und Hand-in-Hand-Geschäfte, die der Kreis und die Stadt Nettetal zusammen in Nettetal-West (ehemals VeNeTe) durchgezogen haben, zu vermeiden. Zum Wohle von Niederkrüchten und Umgebung!

9. Die Unternehmer in der Region befürworten das engmaschige Berufsschulnetz am Mittleren Die Ausstattung der Schulen wird jedoch häufig als verbesserungswürdig angesehen. Inwiefern planen Sie Investitionen in die Berufsschulinfrastruktur in Ihrem Kreis?

Die Träger im Kreis Viersen bekommen schon einmal 3,2 Mio. Euro zu Ausbau der Austattung von Schülern und Lehrern. Das gilt es um weitere 20 Mio. Euro aufzustocken.

Zudem sollte es für Schulen, Lehrer und Schüler kostenlosen mobilen High-Speed-Internetzugang kreisweit geben. Nur so können die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden, ohne das eine(r) auf der Strecke bleibt, nur weil das Budget kein Iphone mit Flat für 40 euro im Monat oder eine gute Internetverbindung zuhause hergibt..