Krefeld II/Wesel II

Kerstin Radomski (CDU)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

…weiterhin Botschafterin für die Anliegen unserer Heimat in Berlin bin, damit unsere Unternehmen gute Bedingungen haben und Arbeitsplätze erhalten bleiben – auch mit Blick auf Fördermittel des Bundes.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Umfassende staatliche Hilfsprogramme für die besonders betroffenen Branchen haben gewirkt und wirken weiter. Die Hilfen für Unternehmen wurden mehrfach angepasst und verbessert oder verlängert – etwa das wichtige Instrument des Kurzarbeitergeldes. Nun geht es um den weiteren Weg zurück zur Normalität. Wir wollen ein umfangreiches Entfesselungspaket auf den Weg bringen, das Unternehmen von Steuern und Bürokratie entlastet. Das kommende Jahrzehnt muss ein Jahrzehnt der Modernisierung werden. Die Pandemie hat zudem die notwendigen weltweiten Voraussetzungen für die Wirtschaft aufgezeigt, etwa funktionierende Lieferketten und freier Handel. Diese werden wir auch in Zukunft besonders im Blick behalten.

 

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Wir wollen Unternehmen von Bürokratiekosten in Milliardenhöhe entlasten. Der Abbau überflüssiger Bürokratie wirkt wie ein Konjunkturprogramm und stärkt den Standort Deutschland. Planungs- und Genehmigungsverfahren ziehen sich oft über Jahre hin und sind ein Hindernis für neue Investitionen in Betrieben und Infrastrukturen. Wir werden sie beschleunigen und so für einen Modernisierungsschub sorgen. Betriebe sollen sich zudem einfacher auf öffentliche Aufträge bewerben können. Deshalb wollen die E-Vergabe vereinheitlichen und die Vergabe öffentliche Aufträge für Liefer-, Bau- und Dienstleistungen auf elektronischem Weg stärker vorantreiben.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Der Bund stellt für das Rheinische Revier und den dortigen Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2038 14,8 Milliarden Euro zur Verfügung, das Land NRW ergänzt dies mit eigenen Mitteln in Milliardenhöhe. Das Ziel ist eine Industrieregion neuen Typs mit Vorbildfunktion und ein breiter Konsens zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, also ein beteiligungsorientierter Ansatz. Derzeit laufen Abstimmungsgespräche zu verschiedensten Ideen und Anträgen zwischen Industrie, Hochschulen und IHK unter Beteiligung der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Die vom Bund mit dem Strukturstärkungsgesetz zur Verfügung gestellten Mittel unterstützen diesen Prozess maßgeblich.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Ökonomie und Ökologie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – dieser Standpunkt unterscheidet die Union von anderen Parteien. Wir wollen eine realistische Herangehensweise statt einer ideologiegetriebenen Verbotspolitik. Es ist eine doppelte Chance, wenn wir Klima und Konjunktur zu einem Zukunftspaket für Deutschland mit dem klaren Ziel zusammenführen: mehr wirtschaftliches Wachstum bei weniger CO2. Mit Innovationen und neuen Technologien können wir damit weltweit an der Spitze mitspielen: als Marktführer bei neuen klimafreundlicheren Produkten und Methoden, zum Beispiel im Bereich Chemie- und Pharmaindustrie und beim Innovations-Thema grüner Wasserstoff, aber auch als Vorreiter bei der Klimabilanz mit einer klimaneutralen Industrie bis 2050.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Wir brauchen eine wettbewerbsfähigere Unternehmensbesteuerung, vor allem auch eine Deckelung der Steuerlast für Gewinne, die im Unternehmen verbleiben. Somit wird mehr Investitions- und Innovationskraft ermöglicht – unabhängig ob für Einzelunternehmer, Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft. Wir wollen die Anrechnung der Gewerbesteuer verbessern und die Niedrigbesteuerungsgrenze im Außensteuerrecht reduzieren. Für eine verbesserte steuerliche Verlustverrechnung erhöhen wir die Höchstbetragsgrenzen beim Verlustrücktrag und beim Verlustvortrag deutlich. Mit Blick auf die Abschreibungsregeln wollen wir die degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wiedereinführen und die Abschreibungsregeln für digitale Zukunftstechnologien verbessern.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bin ich Berichterstatterin meiner Fraktion für den Bereich Bildung und Wissenschaft. Eine gute berufliche Ausbildung ist der Schlüssel für den Einzelnen und auch die Wirtschaft. Wir werden eine Offensive im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung starten. Für eine gezielte und gesteuerte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt setzen wir weiterhin am Fachkräftebedarf von Mittelstand und Industrie an.

Jan Dieren (SPD)

Jan Dieren

Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

…mich dafür einsetze, diejenigen Unternehmen in der Region zu fördern, die ihre Innovationsfähigkeit für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft in unserer Region entfalten.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Auch in der Wirtschaft verschärft die Corona-Krise wie ein Brennglas bestehende Schwierigkeiten. Während viele Unternehmen sich in der Krise bewährt haben, hat sie andernorts die Schwierigkeiten vieler Unternehmen vergrößert. Schon jetzt ist absehbar, dass viele kleine und mittlere Unternehmen Insolvenz anmelden oder in der Konkurrenz mit weltweit agierenden Konzernen weiter unter Druck geraten. Davor sollten wir sie schützen. Gleichzeitig brauchen Beschäftigte Arbeitsplatzsicherheit in der Krise. Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf mindestens 12€, eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und mehr Investitionen sorgen nicht nur für mehr Geld in der Tasche der Beschäftigten, sondern helfen durch gesteigerten Konsum mittelbar auch dem Einzelhandel und vielen kleinen und mittleren Betrieben in der Region.

 

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Die Digitalisierung steht für einen grundlegenden Wandel unserer Arbeitsweise. Die technische Ausstattung stellt davon eine wichtige Seite dar. Es ist deshalb ärgerlich, dass die Erneuerung der technischen Ausstattung in der Verwaltung lange verschleppt wurde; das  haben wir in der Pandemie bitter zu spüren bekommen. Das Ziel der SPD ist ein moderner, bürgernaher Staat, der allen Bürger*innen einen einfachen, digitalen Zugang zu seinen Dienstleistungen bietet. Jede*r Bürger*in soll ohne Zusatzkosten und Extrageräte die Möglichkeit haben, diese Leistungen freiwillig und datenschutz-konform mit einer digitalen Identität zu nutzen. Wer Anspruch auf eine Leistung hat, soll diese – wenn möglich – automatisch, ohne (digitalen oder analogen) Antrag erhalten (sog. „proaktives Verwaltungshandeln“). Die parallel dazu bestehenden analoge Zugangsmöglichkeiten sollen – gerade mit Blick auf Personen, die keinen Zugang zu digitaler Kommunikation haben – dennoch künftig parallel weiter erhalten bleiben.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Es steht fest, dass die Entwicklung hin zu einer klimaneutralen Energie- und  Wirtschaftspolitik auf lange Sicht unausweichlich ist. Der Wandel dorthin stellt Menschen und Unternehmen jedoch vor große Herausforderungen und muss sozialverträglich gestaltet werden. Die Unternehmen mit ihrer Innovationslust, ihrer Kreativität können dabei vorangehen. Die Verantwortung für eine Politik, die das Klima nicht weiter belastet, muss gerecht verteilt werden.
 
Die SPD wird die EEG-Umlage bis 2025 abschaffen. Das kommt allen Bürger*innen und Unternehmen zugute, da jede und jeder Strom verbraucht und die Umlage von allen gezahlt wird. So wird Strom günstiger – auch für kleine und mittelständische Unternehmen, die häufig im Wettbewerb mit Unternehmen aus anderen Ländern stehen, in denen die Energiekosten geringer sind.
 
Mit einem Umrüstprogramm für hocheffiziente Kraftwerke und der Transformation der Kraft-Wärme-Kopplung setzen wir darüber hinaus neue Anreize für den Wechsel von Kohle hin zu klimafreundlichen Technologien und gewährleisten dadurch Versorgungssicherheit im Strom- und Wärmebereich.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Der Klimawandel entfaltet eine atemberaubende Dynamik. Dem können wir nicht allein mit starren gesetzlichen Vorgaben für Unternehmen gerecht werden, da wir mit solchen Vorgaben wenig flexibel auf Veränderungen reagieren können. Die Dynamik vieler Unternehmen hingegen besteht darin, dass sie im Wettbewerb mit anderen Unternehmen flexibel auf Veränderungen reagieren und ihr Potential zur Erreichung ihrer Ziele mobilisieren. Diese unternehmerische Dynamik müssen wir vollständig in Gang setzen, um auch auf die Klimakrise eine Antwort zu finden. Das gelingt uns, indem wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen die Unternehmen nicht nur danach streben, bestimmte Grenzwerte und Vorgaben  einzuhalten, sondern danach, alles ihrerseits Mögliche zu tun, um die Klimakrise aufzuhalten. Um solche Rahmenbedingungen zu schaffen, möchte ich das Vergaberecht so ändern, dass die öffentliche Hand neben der Wirtschaftlichkeit auch andere Kriterien wie zum Beispiel die ökologische Bilanz bei der Auftragsvergabe in die Abwägung einbeziehen kann.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Steuern sind nicht gleichbedeutend mit schlechterer Wettbewerbsfähigkeit. Die so verfügbaren Ressourcen ermöglichen dringende Investitionen in Infrastruktur, Bildung, und Klimafolgenanpassung, die es der deutschen Wirtschaft erlauben, auch in Zukunft erfolgreich und krisenfest zu sein. Zuerst müssen bestehende Regeln konsequent angewendet werden, beispielsweise bei der Hinterziehung der Umsatzsteuer, damit ehrliche Firmen nicht benachteiligt werden. Wir müssen zudem stärker gegen Steueroasen vorgehen. Um internationales Steuerdumping zu beenden, ist die globale Mindestbesteuerung, die Olaf Scholz auf den Weg gebracht hat, ein wichtiger Erfolg. Darauf aufbauend sind eine internationale Finanztransaktionssteuer und eine effektive Besteuerung der großen Digitalunternehmen sinnvoll. Steuergerechtigkeit bedeutet zudem, dass bei der Einkommensteuer alle ihren Teil leisten – Spitzeneinkommen sowie hohe Vermögen und Erbschaften müssen mehr beitragen, mittlere Einkommen entlastet werden. Die so gesteigerte Binnennachfrage kommt dann auch wieder den Unternehmen zugute.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Viele Betriebe in unserer Region bilden junge Menschen aus. Damit eröffnen sie nicht nur jungen Menschen eine berufliche Perspektive für ihre Zukunft, indem ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Sie sorgen auch dafür, dass sie und andere Betriebe in der Region gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung haben. Leider ist die Zahl der ausbildenden Betriebe deutschlandweit in den letzten Jahren allerdings rückläufig. Dieser Trend hat sich durch die Pandemie noch verschärft. Darum brauchen wir eine  Ausbildungsplatzgarantie, die für alle jungen Menschen einen Anspruch auf einen Ausbildungsplatz garantiert. Um für Gerechtigkeit zu sorgen zwischen den Ausbildungsbetrieben auf der einen und den Unternehmen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ausbilden können oder wollen, brauchen wir einen Zukunftsfonds mit einer Ausbildungsplatzumlage: Betriebe, die Ausbildungsplätze für junge Menschen schaffen, erhalten so Unterstützung durch Betriebe, die dies nicht können. So profitieren beide schlussendlich von in der Region ausgebildeten Fachkräften. Zudem brauchen wir sichere gesetzliche Rahmenbedingungen für das duale Studium, so dass dieser zunehmend beliebte Weg der dualen Ausbildung gleichgestellt wird. Die Reform des Berufsbildungsgesetzes war dafür ein wichtiger Schritt.
 
Weiter wollen wir das Handwerk fördern, indem wir Gebühren für Techniker*innen- und Meister*innenkurse abschaffen, uns für die Tarifbindung im Handwerk einsetzen und das Bemühen unterstützen, mit neuen Ausbildungskonzepten dem Fachkräftemangel zu begegnen und berufliche Ausbildung praxisnah mit Schule und Hochschule zu verknüpfen.

Dr. Michael Terwiesche
(FDP)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

mich für eine direkte Bahnanbindung von Krefeld an den Flughafen Düsseldorf, den Ausbau der A 57 mit Lärmschutz und den Ausbau der Krefelder Gewerbe- und Industriegebiete stark machen werde.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Gewinne aus den Jahren vor der Pandemie sollen mit den Verlusten aufgrund der Pandemie zwecks Verringerung der Steuerlast verrechnet werden können. Die Vorschriften in den Coronaschutzverordnungen, die das Wirtschaften in vielen Bereichen fast zum Stillstand gebracht haben, müssen auch dann aufgehoben werden, falls die Infektionszahlen steigen. Initiativen wie das Bürokratieentlastungsgesetz IV, die Strategie „Einheitliche Ansprechpartner 2.0“ und eine Verlegung der Sozialversicherungsbeiträge in den Folgemonat müssen zu einer Gesamtstrategie gebündelt werden. Das gilt auch für schlankere Vergabe-, Register- und Informationsbestimmungen. Die steuerliche Belastung von Unternehmen muss auf den OECD-Durchschnitt von rund 25 Prozent senken.

 

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?
 
Die überbordende Bürokratie muss abgebaut werden. Als Rechtsanwalt sage ich: Es kann nicht richtig sein, dass sich Unternehmen eines Anwalts bedienen müssen, weil keiner mehr den Paragraphendschungel durchdringt. Insbesondere Genehmigungsverfahren nach dem Baugesetzbuch bzw. der Bauordnung und dem Bundesimmissionsschutzgesetz dauern wegen behördeninterner Abstimmungen und des zu komplizierten  Umweltrechts zu lange. Ich werde mich daher für einen Entfesselungspakt für die deutsche Wirtschaft einsetzen, in dem Maßnahmen zur Bürokratieentlastung gebündelt und vorangetrieben werden. Für jede neue Belastung durch geplante Regelungen sollen im doppelten Umfang gesetzliche Belastungen abgebaut werden („One in, two out“).

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Die extrem klimaschädliche Braunkohleverstromung muss bereits vor 2038 beendet werden. Das ehemalige rheinische Braunkohlerevier sollte eine Sondersteuerzone mit geringstmöglichen Steuersätzen werden, um einen Anreiz für Unternehmensansiedlungen zu setzen. Die gefluteten Tagebaulöcher sollen zu einer Freizeit- und Ferienregion nach niederländischem Vorbild umgebaut werden. Um langjährige Planfeststellungsverfahrenen zu vermeiden, werde ich mich für eine entsprechende Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes für den Bereich dieser Sonderwirtschaftszone einsetzen. Die Abraumhalden bieten sich für die Errichtung von Windparks an. Die entsprechende Änderung des Braunkohlenplans muss bereits jetzt eingeleitet werden. Die staatlichen Förderprogramme und Investitionsmaßnahmen müssen permanent auf Passgenauigkeit und Auskömmlichkeit überprüft und ggfs. angepasst werden.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Ich werde mich für eine Ausweitung des EU-Emissionshandel (EU-ETS) auf alle Sektoren einsetzen. Die Politik gibt vor, wieviel CO2 im Jahr ausgestoßen werden darf. Für den Ausstoß müssen Zertifikate erworben werden, die von Jahr zu Jahr weniger und damit teurer werden. Wer hingegen besonders viel CO2 spart, muss weniger Zertifikate kaufen und spart Geld und wer CO2 speichert, muss dafür Geld erhalten. So schaffen wir Anreize für Investitionen in klimafreundliche Technologien. Unternehmen können sich auf diesem Wege aktiv beim Umwelt- und Klimaschutz einbringen. Deutschland und Europa haben sich zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 verpflichtet. Dieses Ziel können wir durch ein striktes und jährlich sinkendes CO2-Limit in einem umfassenden Emissionshandelssystem zuverlässig erreichen. Den Weg dorthin möchte ich dem Erfindergeist von Ingenieurinnen und Ingenieuren, Technikerinnen und Technikern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überlassen. Damit schaffen wir Wachstum und Arbeitskräfte im Umweltbereich. Also: Umweltschutz durch Forschung und Entwicklung sowie mittels der Innovationsfähigkeit unserer Unternehmen, und nicht durch Verbotspolitik.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Ich will die steuerliche Belastung von Unternehmen auf den OECD-Durchschnitt von rund 25 Prozent senken. Ziel ist es, im Zuge der angestrebten Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung in Europa den deutschen Sonderweg der Gewerbesteuer zu beenden. Das heißt zugleich, dass die Finanzierung der Kommunen auf eine neue Grundlage gestellt werden muss – etwa durch einen kommunalen Zuschlag mit eigenem Hebesatzrecht auf die Körperschaftsteuer und auf die zuvor abgesenkte Einkommensteuer sowie einen höheren Anteil der Kommunen an der Umsatzsteuer. Zudem muss sich die neue Bundesregierung gemeinsam mit den USA für eine globale Mindestbesteuerung für Unternehmen einsetzen. So sorgen wir für mehr Fairness im Wettbewerb zwischen großen internationalen Konzernen, die aggressive Steuervermeidung betreiben, und Mittelständlern.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Ich will mich für eine  Exzellenzinitiative Berufliche Bildung einsetzen, um die Attraktivität und Innovationskraft der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu stärken. Um sich den Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt zu stellen, braucht das System der beruflichen Bildung ein Update. Ein bundesweiter Exzellenzwettbewerb soll die besten Ideen zur Zukunft der beruflichen Bildung mit hochrangigen Auszeichnungen und mehrjährigen Zuschüssen fördern. Ein Zentrum für digitale Berufsbildung soll berufsbildende Schulen und ausbildende Betriebe in der Konzeption und Umsetzung digitaler Ausbildungsangebote unterstützen. Schulen der beruflichen Bildung wollen wir um kreative MakerSpaces und offene Werkstätten (FabLabs) erweitern. Ich will die  Begabtenförderung für Talente der beruflichen Bildung öffnen. Talenten der beruflichen Bildung soll ein gleichwertiger Zugang zu den Begabtenförderungswerken und zum Deutschlandstipendium ermöglicht werden.  Stipendiaten aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung sollen künftig von Seminar- und Schulungsangeboten profitieren.

Hauke Finger
(AfD)

Hauke Finger

Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

mich einsetze für die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur, eine deutliche Vereinfachung der Unternehmenssteuern, Abbau von Bürokratie-Aufwand, sowie die Beschleunigung des Breitband-Ausbaus.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Alle betroffenen Unternehmer und Selbständige sollten den aus den Betriebsschließungen entstandenen Schaden fair ausgeglichen bekommen. Eine darüber hinaus gehende Subventionierung halte ich für unnötig. Wettbewerbsfähige Anbieter werden ihren Markt wieder finden sofern die Regierung keine neuen Hemmnisse errichtet.

Der Kulturbetrieb wird von kommunalen Haushalten durchaus großzügig unterstützt. Friseure, Gastronomen etc. gehen leer aus. Hier wurden häufig die Existenzen ganzer Familien vernichtet.  Die von den Kommunen eingenommen Corona Bußgelder sollten daher in einen Hilfsfonds für besondere Härtefälle überführt werden.

Die meisten von der Regierung verhängten Maßnahmen waren unnötig und haben großen Schaden angerichtet. Kinos, Theater, Textileinzelhandel, Restaurants und Hotels hätte man nicht komplett schließen müssen. Auch waren die meisten Reisebeschränkungen – gerade im Inland – nicht nachvollziehbar und haben den Betrieben des Tourismus schwer geschadet.

 

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Das Kompetenzgerangel war sicherlich nicht hilfreich. Wir haben mit der Bundesnotbremse gesehen, dass bundeseinheitliche Regelungen auch nicht gut sein müssen, bloß weil sie einheitlich sind.  Wir müssen den Föderalismus stärken, ein „Durchregieren“ aus dem Kanzleramt war sicher nicht im Sinne der Väter des Grundgesetzes. 

Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild würden die Demokratie stärken. Man könnte bundesratspflichtige Gesetze nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens gesammelt 2-3-mal im Jahr dem Volk zur Abstimmung vorlegen. Sofern ein zu definierendes Quorum erreicht wird, könnte die Mehrheit ein Gesetz wieder kippen. Somit wäre die Regierung stärker daran interessiert, Gesetze zu erlassen, die das Wohl des Deutschen Volkes fördern. Viele Fehlentwicklungen der Vergangenheit („Eurorettung“, Energiekosten, Migrationskrise, Rentenkrise etc.) hätten aus meiner Sicht so bereits vermieden werden können.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Der so genannte Strukturwandel besteht ja mehrheitlich aus Strukturabriss, ohne dass in entsprechendem Umfang etwas Neues entsteht. Die zahlreich wegfallenden Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe können kaum durch hochspezialisierte Jobs in so genannten Zukunftsbranchen kompensiert werden. Wir brauchen wieder mehr Produktion vor Ort, Infrastruktur auch im ländlichen Raum. Die Menschen müssen wieder heimatnah Beschäftigung finden können. Wenn es ökonomisch sinnvoll erscheint, Molkereiprodukte z.B. aus dem Allgäu bundesweit per LKW zu verteilen, erscheinen mir die Transportkosten noch zu niedrig. Wenn es ökonomisch sinnvoll erscheint, für viele Branchen Arbeitskräfte aus Osteuropa zu akquirieren und Deutsche, die die Arbeit auch machen könnten mit Sozialleistungen abzuspeisen, sind die Anreizsysteme aus meiner Sicht falsch gesetzt. Lohndumping über Arbeitskolonnen aus Osteuropa muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Aus unserer Sicht kann „der Mensch“ den Klimawandel kaum beeinflussen. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht unseren Wohlstand riskieren für sinnlose und teure Projekte, die am Ende keine Wirkung haben werden.

Klimawandel hat es immer schon gegeben. Von der Warmzeit der „alten Römer“ bis zur „kleinen Eiszeit“ im 16. Jahrhundert. Die „kleine Eiszeit“ hatte bekanntlich verheerende Folgen. Selbst wenn wir alle nur noch Fahrrad fahren, unsere Mobilität weitgehend aufgeben, keine Produktion mehr haben die Abgase verursacht, wird sich das Klima dafür kaum interessieren. Vielmehr ist es sinnvoller, dass wir uns auf die Folgen des Klimawandels einstellen und unsere Infrastruktur entsprechend robust aufstellen.

Wenn Firmen aus Gründen des Marketings das Thema „Nachhaltigkeit“ nach vorne stellen möchten, können sie das gerne tun. Eine politische Unterstützung dazu halte ich nicht für notwendig.

Die andere Seite derselben Medaille ist eine sinnvolle Umweltpolitik. Hierbei sind neben den Bürgern ganz selbstverständlich auch die Unternehmen einzubeziehen. Hier ist ein breites Bewusstsein aus meiner Sicht vorhanden.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Das mittlerweile nur noch von Experten zu durchschauende Regelwerk der Unternehmenssteuern ist deutlich zu entschlacken. Wir brauchen ein Steuersystem mit weniger Steuerarten und einer klaren Systematik. Auch die Schnittstelle zwischen Unternehmen und deren Eigentümern ist einfacher zu definieren.

Hierbei muss dann auch die Verteilung des Aufkommens aus einzelnen Steuerarten auf die Ebenen Bund, Länder und Gemeinden neu geregelt werden. Das ist ein dickes Brett, welches kaum in einer Wahlperiode umsetzbar erscheint, gleichwohl dringend angegangen werden muss.

Auf der anderen Seite können wir nicht tatenlos zuschauen, wie multinationale Konzerne, die ihre Geschäfte fast ausschließlich im Internet betreiben, sich ihre Steuer-Jurisdiktion quasi nach Belieben aussuchen können. Der deutsche Mittelstand ist dadurch massiv benachteiligt. Wer sein Geld in Deutschland verdient muss auch in Deutschland Steuern zahlen. Das muss der Grundsatz sein. Da man damit das Betriebsstätten-Prinzip angreift, wird auch dies nicht trivial umzusetzen sein.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Wir wollen Schulbildung, Hochschulbildung und Forschung verstärkt auf MINT-Fächer ausrichten, die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Produkte fördern, Selbständigkeit und Erfindergeist fördern und damit die Dynamik kleiner innovativer Einheiten nutzen.

Die duale Ausbildung in Unternehmen und Berufsschulen ist ein Erfolgsmodell. Jedoch gefährdet das Streben nach immer höheren Abiturientenquoten den Nachwuchs in den Ausbildungsberufen. Zahlreiche Lehrstellen können aus Mangel an ausreichend qualifizierten Bewerbern nicht besetzt werden. Wir wollen das berufliche Bildungs- und Ausbildungssystem stärken. Der Wert der beruflichen Bildung muss stärker herausgehoben werden.

Maßgeblich von Lobbygruppen initiiert, hat die Reduzierung der Bildungsanforderungen auf einen inhaltsleeren Kompetenzbegriff zu einer empirisch nachweisbaren Niveausenkung geführt. Geschwätzig formulierte Kompetenzraster verdrängen Lehrinhalte. Bildung und das Streben nach Erkenntnis treten in den Hintergrund.

Sebastian Schubert (Die Linke)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Einer Wirtschaft geht es gut, wenn es den Beschäftigten gut geht. Höhere (Mindest‑)Löhne und steuerliche Entlastung der unteren und mittleren Einkommen sorgen für stärkere Kaufkraft und Wirtschaft. 

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Die Pandemie hat viele Branchen getroffen. Einige, wie z.B. der Maschinenbau erfreuen sich allerdings jetzt schon wieder an vollen Auftragsbüchern. Dort haben die staatlichen Maßnahmen wie Kurzarbeit gute Wirkung gezeigt. In anderen Branchen wie der Kulturbranche braucht es kurzfristige Aufstockung von Fördergeldern und Subventionen, besonders bei Theatern und in der Kleinkunst, um auch mit verminderten Zuschauerzahlen Kulturangebote machen zu können, ohne als Künstler:innen in den Ruin zu gehen. In Branchen wie dem Einzelhandel muss es Investitionsprogramme geben, um die Innenstädte durch Ausweitung von Fußgänger- und Fahrradzonen sowie Grünflächen als Lebensraum attraktiver zu gestalten. Nur so kann die Abwanderung des Einzelhandels in das Internet gebremst werden. In jedem Fall sind staatliche Unterstützungen an Arbeitsplatzgarantien und Tarifverträge zu binden.

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Viele Verwaltungsakte könnten vereinfacht und digitalisiert werden. So bleibt eine kommunale Verwaltung auch in Krisenzeiten wie der Pandemie oder auch bei Naturkatastrophen einsatz- und handlungsfähig. In der öffentlichen Verwaltung müssen freie Software und offene Datenformate eingesetzt werden, um die Abhängigkeit von großen Softwarekonzernen zu verhindern. Kommunen und Landkreise sollen verpflichtet werden, eigene, durch öffentliche Gelder entwickelte Software für die Verwendungen in anderen Kommunen freizugeben.

Gleichzeitig darf es ein weiteres Kaputtsparen und Zusammenschrumpfen der kommunalen Verwaltungen nicht geben. In der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig die Mitarbeitenden der Verwaltung sind. Der Bund ist hier auch gefordert, Schulden der Kommunen zu übernehmen, damit diese nicht in Mogelpackungen wie Privatisierungen oder ÖPP gedrängt werden, welche nicht das Gemeinwohl, sondern nur Gewinnmaximierung im Sinn haben.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Die Dürresommer der letzten Jahre und die Flutkatastrophe in NRW und RLP haben gezeigt, wie wichtig ein noch früherer Kohleausstieg ist. Das hilft gegen den Klimawandel und beendet auch den massiven Eingriff in die Umwelt und die so entstehenden Gefahren für Siedlungsgebiete. Unsere Region ist stark genug, die anstehenden Transformationsprozesse erfolgreich zu gestalten. Wir sind eine Energieregion und die Fähigkeiten sollten wir nutzen, um erneuerbare Energien auszubauen und emissionsärmere Prozesse in unseren energieintensiven Industrien einzusetzen. Vom Bund braucht es daher mehr Forschungsgelder für klimaschützende Technologien und ein Ende klimaschädlicher Subventionen.

Natürlich werden auch zum Teil andere Qualifikationen benötigt als heute. Jungen Menschen muss es ermöglicht werden, eine zukunftsgewandte Ausbildung zu beginnen, und Beschäftigte müssen entsprechende Qualifizierungsangebote bekommen. Dabei müssen wir auch die indirekt vom Braunkohleabbau Anhängigen berücksichtigen. 

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Ich freue mich, wenn Unternehmen nachhaltig agieren wollen. Viele Nachhaltigkeitsaktivitäten kommen allerdings nicht über lokale Energiesparmaßnahmen oder einem vegetarischen Produkt in der Kantine hinaus. Eine Wirtschaft, die nur auf Profitmaximierung ausgelegt ist, wird nicht nachhaltig werden können. Daher braucht es aus meiner Sicht klare ordnungspolitische Vorgaben, die den Verbrauch von Ressourcen stärker reglementieren. Um die Externalisierung umweltschädlichen Verhaltens („Carbon leakage“) in andere Länder zu verhindern, braucht es zudem ein deutlich schärferes Lieferkettengesetz. Durch diese gleichen Bedingungen für alle sichern wir auch Arbeitsplätze in Deutschland vor der Abwanderung in andere Länder.

Allein durch neue Technologien wird hingegen keine Nachhaltigkeit erreichbar sein, da durch den sogenannten Reboundeffekt die Einsparungen sofort wieder wettgemacht werden. Strengere ökosoziale Vorgaben für alle sind daher ein effektives Mittel zu mehr Nachhaltigkeit.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Für Unternehmen im internationalen Wettbewerb werde ich mich für europaweite und globale Mindestsätze bei Unternehmenssteuern einsetzen, um den Steuervermeidungswettlauf der Unternehmen zu unterbinden. So müssen Unternehmen stärker an den Orten besteuert werden, wo sie ihre Umsätze erzielen und wirtschaftlich aktiv sind. DIE LINKE setzt sich zudem dafür ein, Unternehmen die Arzneimittel oder Produkte für Kinder herstellen oder auch arbeitsintensive Handwerksbetriebe steuerlich zu entlasten.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Unsere Wirtschaft steht auch durch die Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Hier ist es nötig, dass Beschäftigte in Unternehmen deutlich stärker weitergebildet werden. Hierzu möchte DIE LINKE Unternehmen ab 100 Beschäftigten verpflichten, Weiterbildungsmaßnahmen in ihre qualifizierte Personalplanung einzubinden. Ich möchte mich zudem für ein Recht auf Bildungsteilzeit einsetzen, um auch fachfremde Weiterbildung für Arbeitnehmer:innen zu ermöglichen.

Im Bereich der Schulbildung ist es wichtig, die Bildung ganzheitlicher zu gestalten und den starken Fokus auf eine Berufsvorbereitung zu verringern. Die Pandemie hat zudem gezeigt, dass an Schulen deutlich mehr in digitale Infrastruktur investiert werden muss. Breitbandverbindungen und Webcams für Videostreaming gehören an alle Schulen. Hierzu möchte DIE LINKE auch das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern beenden, um Schulen so besser direkt fördern zu können.

Ulle Schauws (Bündnis 90/Die Grünen)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Die Wirtschaft der Zukunft ist klimaneutral, digital und vielfältig. Viele Unternehmen haben sich schon auf den Weg gemacht. Diesen Weg gemeinsam zu gestalten, dafür setze ich mich ein.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Mit einer Investitionsoffensive – öffentlich wie privat – wollen wir die Konjunktur anschieben, in Klimaschutz, Digitalisierung und moderne Infrastrukturen investieren und die Investitionskraft der Unternehmen stärken. Bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen und Selbständigen sind nach Monaten der Krise die Reserven völlig aufgebraucht. Wir wollen es den Unternehmen ermöglichen, ihre Corona-Verluste mit den Gewinnen der letzten 4 Jahre (derzeit ist dieser Verlustrücktrag auf 1 Jahr begrenzt) zu verrechnen. Diese Unternehmen erhalten dann die in den Vorjahren gezahlten Steuern erstattet. Das hilft vor allem KMU, die z.B. wegen Schließungen sehr hohe Verluste hatten beim Neustart. Wir wollen einfachere und attraktivere Regeln für Abschreibungen und Umsatzsteuer. Ein einfaches Restrukturierungsverfahren für KMU vor der Insolvenz ermöglicht z.B. langfristige Mietverträge neu auszuhandeln. Beim Neustart soll auch unser Gründungskapital von 25.000 Euro unterstützen.

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Wir wollen Abläufe und Regeln vereinfachen und mehr Zeit für die eigentliche Arbeit schaffen. Digital und personell gut aufgestellte Verwaltungen ermöglichen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Das sorgt für weniger Bürokratie. Nachweise und Unterlagen, über die Behörden bereits verfügen, sollen nicht erneut vorgelegt werden müssen. Berichtspflichten wollen wir vereinfachen. Dafür ist die konsequente Anwendung von KMU-Tests auf nationaler und europäischer Ebene erforderlich.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Es ist wichtig, die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen sowie die ArbeitnehmerInnen beim Strukturwandel zu unterstützen. Es ist deshalb richtig gewesen, den Kohleausstieg mit einem Strukturstärkungsgesetz zu begleiten. Wir GRÜNE wollen jedoch die Maßnahmen für den Strukturwandel nachhaltiger und ökologischer gestalten. Dabei muss insbesondere der Bau von klimafreundlicher Infrastruktur, insbesondere für eine klimafreundliche Mobilitätswende, unterstützt und der Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Braunkohleregion gestärkt werden. Wir brauchen eine Weiterbildungsoffensive für ArbeitnehmerInnen und wollen Wirtschaftsaktivitäten in der Region mit besonderem Fokus auf KMU stärker fördern, die einerseits Neugründungen und Neuansiedlungen von Betrieben unterstützen und gleichzeitig den Fokus auf die in den Regionen ansässigen Unternehmen legen. Zudem wollen wir Ansiedlungen innovativer Forschungseinrichtungen im Bereich Energiewende und Digitalisierung unterstützen.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Klimaschutz ist Kern einer zukunftsfähigen Wirtschaft. „Made in Germany“ soll zukünftig nicht nur für Qualität und Innovation, sondern auch für nachhaltige Produkte und Prozesse stehen. Ideen dafür liegen in vielen Bereichen längst auf dem Tisch. Im intensiven Dialog mit Wirtschaft und Industrie wollen wir hier zusammen vorgehen.

Den Umstieg auf klimafreundliche Verfahren fördern wir mit Zuschüssen, attraktiven steuerlichen Bedingungen für Investitionen und Klimaverträgen, um temporär höhere Kosten abzufedern. Mit Quoten für den Anteil CO2-neutraler Grundstoffe pushen wir Leitmärkte für CO2-freie Produkte und Verfahren. Für eine CO2-freie Wirtschaft brauchen wir Grünen Strom. Dafür beschleunigen wir den Ausbau Erneuerbarer Energien und verdoppeln das Ziel bei Grünem Wasserstoff. Hürden bei der grünen Eigenstromversorgung bauen wir ab und fördern die effiziente Verwendung von Energie. Mehr Anreize erreichen wir auch durch ökologisch ehrliche Preise für CO2 und den Abbau von klimaschädlichen Subventionen. Mit der EU-Kommission setzen wir uns für einen Grenzausgleich von CO2-Kosten ein. Ambitionierter Klimaschutz soll kein Wettbewerbsnachteil sein.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Derzeit ist, wie bspw. in den USA, unklar, wie sich die Steuersätze international entwickeln werden. Wir wollen Steuererleichterungen dort, wo sie nachhaltig und zielgerichtet sind. Deshalb wollen wir gezielte Investitionsanreize setzen und lehnen Steuersenkungen mit der Gießkanne ab. Mit einer degressiven Abschreibung von mindestens 25 % fördern wir gezielt Investitionen in die digitale und ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft, auch über das Jahr 2021 hinaus. Ebenso wollen wir bei kleinen und mittelständischen Unternehmen die Eigenkapitalbasis stärken, indem wir die Besteuerung nicht entnommener Gewinne verbessern wollen. Durch gezielten Bürokratieabbau, die Anhebung der Sofortabschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter und die Senkung der EEG-Umlage entlasten wir die Unternehmen zusätzlich.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Wir wollen mit einer Ausbildungsgarantie allen jungen Menschen den Beginn einer Ausbildung und allen Betrieben die Teilnahme an der Ausbildung ermöglichen. Mit dem Ausbau der assistierten Ausbildung, ausbildungsbegleitenden Hilfen und Verbundausbildungen sorgen wir dafür, dass Jugendliche und Betriebe bei der Ausbildung im Betrieb besser unterstützt werden. Den Digitalpakt wollen wir weiterentwickeln und berufsbildende Schulen bei der Digitalisierung unterstützen. Wir setzen uns zudem für ein Recht auf Weiterbildung ein. Dafür bauen wir die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung um und entwickeln das Aufstiegs-BAföG zu einem Weitebildungs-BAföG fort. Die vielfältigen Beratungsangebote wollen wir in Bildungsagenturen bündeln, damit alle Menschen vor Ort und online Zugang hochwertigen Informationen rund um Weiterbildung und Qualifizierung erhalten. Die Zertifizierung und Anerkennung von Weiterbildungsabschlüssen und -modulen wollen wir reformieren und bundeseinheitlich vergleichbar machen.

Lars Kosma (Die Basis)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Ich strebe eine moderne Form der Sozialen Marktwirtschaft an, die Solidarität und Zusammenarbeit, aber auch Nachhaltigkeit und Lebensqualität im Interesse aller Menschen verwirklicht.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Herr Kosma hat diese Frage nicht beantwortet.

Genja Raboteau (MLPD)

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Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für die Wirtschaft in meinem Wahlkreis ein, indem ich… (max. 200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, setze ich mich für eine Wirtschaft in dem ich die Wählerschaft für eine sozialisische Gesellschaft überzeuge, in der Umwelt- Wirtschafts- Gesundheitskrisen überwunden werden können.

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen schwer getroffen. Welche Maßnahmen möchten Sie vorantreiben, um schwer betroffenen Branchen den Neustart zu erleichtern?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Die Pandemie hat außerdem gezeigt, dass sich in der deutschen Verwaltung etwas verändern muss. Was möchten Sie von der Bundesebene aus angehen?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Der Strukturwandel und der Braunkohleausstieg stellen unsere Region vor besondere Herausforderungen. Was möchten Sie auf bundespolitischer Ebene für die erfolgreiche Bewältigung des Wandels erreichen?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Unsere Umfragen zeigen, dass die Unternehmen Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten eine hohe Bedeutung beimessen. Wie möchten Sie die Wirtschaft in die Klima- und Umweltpolitik einbeziehen und welche Maßnahmen und Vorgehensweisen halten Sie für geeignet?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Die Besteuerung deutscher Unternehmen wird immer wieder hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Welche Grundsätze verfolgen Sie, wenn es um Veränderungen bei der Besteuerung in der Wirtschaft geht?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Bildung und Fachkräfte sind eine Kernressource der deutschen Wirtschaft. Was möchten Sie auf der Bundesebene machen, um diese auch in Zukunft zu sichern?

Herr Raboteau hat diese Frage nicht beantwortet.

Die Sortierung der Kandidierenden erfolgt gemäß des Anteils der Zweitstimmen, die ihre Partei bei der Bundestagswahl 2017 im jeweiligen Wahlkreis erhalten hat.