Grefrath

Stefan Schumeckers (CDU)

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1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

  1. Die Summe der Planungs- und Entwicklungsaufgaben (Wohnbebauung, Gewerbeansiedlung, Landesgartenschau) erfordert schnelle und flexible Entscheidungsstrukturen. Ich halte eine Prüfung zur Gründung einer Gesellschaft zur Entwicklung von Flächen und für die Übernahme von Bauprojekten für sinnvoll und wichtig.
  2. Die Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 hat für mich eine hohe Priorität.
  3. Die Infrastruktur will ich stärker fördern und Verbesserungen bei Straßen, Radwegen, Kanälen und Digitalisierung vorantreiben.

2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann die Gemeinde Grefrath Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Die Initiative Heimatshoppen will ich in der Gemeinde Grefrath etablieren. Eine „Grefrath App“ soll auch dafür genutzt werden um Angebote des Grefrather Einzelhandels zu kommunizieren.
In den kommenden Jahren muss die Infrastruktur in der Gemeinde Grefrath weiter saniert werden. Zudem sind bauliche Maßnahmen an den Rathäusern notwendig. Soweit es die Vergaberichtlinien zulassen, ist es mir wichtig, dass hierbei lokale Firmen berücksichtigt werden.
Die Beratung von Unternehmen durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen und die durch die lokale Wirtschaftsförderung der Gemeinde Grefrath will ich weiter stärken.

3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Die Betreuung der ansässigen Unternehmen muss partnerschaftlich stattfinden. Eine einfache und schnelle Kommunikation muss sichergestellt werden. Gerade in Krisenzeiten schafft das Sicherheit und Wertschätzung. Hier sehe ich großen Nachholbedarf seitens der Verwaltung. Der Wirtschaftsförderer kann, mit Blick auf sein aktuelles Aufgabenspektrum, diese Aufgabe nicht ausreichend ausfüllen.
Generell müssen die Ansprüche der Gewerbetreibenden sowie städtebauliche Themen und auch die Landesgartenschau qualifiziert durch die Verwaltung umgesetzt werden. Hierzu benötigt die Gemeinde Grefrath eine Wirtschaftsförderung, die sich mit Eigentümern und dem Kreis Viersen gezielt abstimmt.
Vielmehr ist eine strukturierte Entwicklung der Bestandsflächen (z.B. Johnson Controls, Girmes-Gelände, Pastoratshof, Am Wasserwerk, Bleichweg) notwendig. Dies ist auch mit Blick auf den Nachhaltigkeitsgedanken ein Vorteil, da hierdurch dann keine weitere Versiegelung von Flächen erfolgt. Die kleinen Punkte im Rahmen der Wirtschaftsförderung sind sicherlich wichtig. Bedeutsam sind hingegen die Fragen der städtebaulichen Entwicklung und der Erhalt bzw. die nachhaltige Entwicklung der Bestandsflächen.

4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Ich sehe in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht nur Herausforderungen, sondern auch viele Chancen für Unternehmen. Wirtschaftlicher Erfolg braucht auch Wandel und stetige Weiterentwicklung. Umwelt- und Klimaschutz haben für mich eine hohe Bedeutung. Deshalb möchte ich beispielsweise die Ausweitung von Nahwärmekonzepten prüfen und bei allen eigenen Bauprojekten der Gemeinde einen hohen energetischen Standard umsetzen.

5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für die Unternehmen ist. Was planen Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

Eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Verwaltungsmitarbeiter*innen, insbesondere in Grefrath, ist absolut erforderlich. Wir wollen das Denkmal des alten Rathaus Grefrath in ein neues Verwaltungsgebäude integrieren. Die derzeitigen Anbauten sollten abgerissen werden und durch einen mehrstöckigen Funktionsbau ersetzt werden. In dem neuen Funktionsbau wollen wir die Grundlagen für moderne Verwaltungsarbeit schaffen. Aufgabe der Verwaltung ist es bürgernah und wirtschaftsfreundlich zu agieren. In welchen Bereichen die Verwaltung diesbezüglich mit welchen konkreten Maßnahmen besser werden kann, will ich gemeinsam mit den Verwaltungsmitarbeiter*innen vereinbaren.

6. Der Einzelhandel ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er spielt darüber hinaus auch als weicher Standortfaktor eine große Rolle. Welche Maßnahmen planen Sie, um eine Attraktivitätssteigerung der Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen? Wie stehen Sie insbesondere zur Berufung eines Citymanagers?

Ich will mehr Sitzgelegenheiten in den Ortsteilen und Verweilmöglichkeiten mit Spielangeboten für Kinder schaffen. Der Marktplatz Grefrath muss städtebaulich verändert werden. Wir sehen eine deutliche Veränderung und Aufwertung für sinnvoll an. Eine größere Umgestaltung wie in Oedt ist nicht notwendig, aber eine Umstrukturierung der Fläche und eine Verbesserung der Pflasterung ist aus unserer Sicht angebracht. Auch das Aufenthaltsangebot für spielende Kinder möchte ich beleben, beispielsweise durch Wasser-Spiele. Ich möchte die Qualität der Sitzgruppen erhöhen und einen zentralen Anlaufpunkt mit übergreifendem Charakter als Anziehungspunkt schaffen. Maßnahmen zur Belebung des Ortskern Grefrath sind mir wichtig. Eine Erweiterung des Einzelhandels erscheint wenig Perspektive zu haben, aber die Stärkung des Bestands hat hohe Bedeutung. Bei freiwerdenden Flächen möchte ich Anreize für ein stärkeres Gastronomie-Angebot schaffen. Dies setzt eine Belebung des Publikumsverkehrs voraus (z. B. durch bessere Radweg-Beschilderung, Verlagerung eines Büros mit der Zusammenfassung mehrerer Service-Angebote und Informationen zu Tourismus- und Freizeitangeboten auf den Marktplatz, etc.).

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern?

  • Die Förderprogramme zur Barrierefreiheit bei Bushaltestellen will ich stärker nutzen.
  • Eine Optimierung der vorhandenen Radwegnetze halte ich für wertvoll, um eine bessere Verbindung der vier Ortsteile zu schaffen und die Vernetzung der touristischen Attraktionen zu verbessern.
  • Wir wollen das Straßenkataster aktualisieren und eine Priorisierungsliste für die Sanierung von Straßen, Plätzen und Wege (inkl. Wirtschaftswege) erstellen und umsetzen. Die Gemeindeverwaltung soll zukünftig bei kleineren Schäden auf Straßen, Wegen und Plätzen schneller reagieren, damit größere Auswirkungen der Schäden vermieden werden.
  • In Mülhausen wurde mit der notwendigen Erneuerung der Verkabelung der Straßenbeleuchtung begonnen. Ich setze mich dafür ein, dass zügig in den kommenden Jahren auch in allen Straßen in unserer Gemeinde durch technische Erneuerungen die Ausfälle der Straßenbeleuchtung zukünftig vermieden werden.

8. Wo legen Sie Schwerpunkte bei der Sicherung der Erreichbarkeit der Wirtschaftsstandorte? Sehen Sie die Notwendigkeit für ein Mobilitätskonzept?

Ein eigenes und isoliertes Mobilitätskonzept für die Gemeinde Grefrath ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Der Kreis Viersen baut Maßnahmen zur Steigerung der Mobilität seit Jahren stetig aus. Die Gemeinde Grefrath ist hier gut eingebunden und sollte es aus meiner Sicht auch weiterhin aktiv bleiben.

9. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Gewerbegebieten. In Grefrath stehen kaum noch freie Flächen für Gewerbe und Industrie zur Verfügung. Wie stehen Sie zur Ausweitung des Gewerbeparks Wasserwerk?

Der Gemeinderat Grefrath hat die Ausweitung des Gewerbeparks Wasserwerk bereits auf den Weg gebracht. Die Umsetzung hat für mich eine hohe Priorität.

10. Das Niveau der Steuerhebesätze am Mittleren Niederrhein ist vergleichsweise hoch. Das schwächt die Standortqualität der Region. Sehen Sie Potenzial für Senkungen der Realsteuersätze in Grefrath in den kommenden fünf Jahren?

Neben den Steuerhebesätzen sind eine Reihe von anderen Standortfaktoren für Unternehmen wichtig. Die Gemeinde Grefrath hat als Sport- und Freizeitgemeinde, mit einer guten Autobahn-Anbindung und mit einem sehr guten Angebot im Bereich von Kinderbetreuung und Schulen viele Vorteile, die nicht jede Kommune zu bieten hat. Die Finanzierung des gemeindlichen Haushalts lässt, wenn man ehrlich ist, bei der derzeitigen Gemeindefinanzierung in NRW keinen Spielraum für die Gemeinde Grefrath zur Senkung der Realsteuersätze.

Jens Ernesti (parteilos)

Jens Ernesti - parteilos

1. Welche drei wirtschaftspolitischen Maßnahmen möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall umsetzen? (max. 600 Zeichen!)

Da das Image der Gemeinde als Wirtschaftsstandort, im Rahmen der Standortanalyse der IHK, als äußerst verbesserungswürdig eingestuft wurde, möchte ich mich für eine Gesamtstrategie und Leitbildentwicklung einsetzen, die dann Basis eines Marketingkonzepts unserer Gemeinde werden soll.
Die Flächenfrage ist die Zukunftsfrage. Hier müssen wir proaktiv handeln und die Sicherstellung von Flächen für zukünftige Entwicklungschancen erreichen, sowohl für Gewerbe- als auch für die Siedlungsentwicklung.
Eine mögliche Landesgartenschau 2026 in Grefrath und im Kreis Viersen möchte ich als Entwicklungsmotor unserer Gemeinde nutzen.

2. Das Corona-Virus hat auch die lokale Wirtschaft vor schwerwiegende Herausforderungen gestellt und wird die neugewählten Vertreter besonders zu Beginn der nächsten Wahlperiode noch beschäftigen. Wie kann die Gemeinde Grefrath Ihrer Meinung nach die Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützen?

Es zeichnet sich ab, dass die Corona-Krise in vieler Hinsicht eine Zeitenwende darstellt. Lokal und vor Ort werden die Konsequenzen dabei plastisch und konkret. Da die Corona-Pandemie insbesondere die Investitionsbereitschaft privatwirtschaftlicher Akteure ausgebremst hat, möchte ich an dieser Stelle zwei Dinge zusammenbringen: Den vorhandenen Investitionsstau in unserer kommunalen Infrastruktur und die benötigten Aufträge an heimische Betriebe. Die schnellstmögliche Ausweitung öffentlicher Investitionen und die Beschleunigung von anstehenden Baumaßnahmen sind dabei ebenso Mittel der Wahl, wie die Reduzierung von Genehmigungsverfahren, und die Nutzung von beschränkten Ausschreibungen und freien Vergaben an regionale Betriebe. Wichtig wird es hierbei auch sein, die nun vorhandenen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Daneben sollen die bereits vorhandenen Strukturen im Bereich der Wirtschaftsförderung, was Beratung und Informationsaufbereitung betrifft, ausgeweitet werden. Lokale Solidarität und die Bedeutung von Wirtschaftsstrukturen vor Ort wurden wiederentdeckt. Daher gilt es den Heimatshoppen-Gedanken zu verstetigen und lokale Initiativen und Werbegemeinschaften zu stärken.

3. Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein kritisieren die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Was planen Sie, um die Situation zu verbessern?

Insbesondere die Corona-Situation hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die Anbindung an schnelle Kommunikationsnetze ist, und welche Vorteile diese bieten können. Die Gemeinde Grefrath verfügt, in Kombination mit dem geplanten Ausbau der Außenbezirke, über ein flächendeckendes Glasfasernetz im gesamten Gemeindegebiet. Im Rahmen der Umsetzung in den Gewerbegebieten waren Angebot und Nachfrage in einigen Fällen nicht kompatibel. An den Stellen, an denen eine Glasfaseranbindung notwendig war, aber die Nachfragebündelung nicht erfolgreich, hat sich die Gemeindeverwaltung für die Umsetzung von Einzellösungen eingesetzt. Für die Erweiterung des Gewerbegebietes Wasserwerk arbeiten wir proaktiv an der Bereitstellung von Glasfaser unabhängig der Nachfrage. Im Zuge dessen wird die Verwaltung in einem dritten Anlauf die noch nicht am Glasfasernetz angeschlossenen Unternehmen erneut kontaktieren. Darüber hinaus ist mir wichtig, dass es ein flächendeckendes und leistungsstarkes Mobilfunknetz gibt.

4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind der Gesellschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Auch Unternehmen werden durch diese Entwicklungen vor immer größere Herausforderungen gestellt. Wie kann die Kommunalpolitik die lokale Wirtschaft dabei unterstützen?

Eine krisenresiliente Politik und Kommunalverwaltung sind auch meiner Sicht essenziell, um mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umgehen zu können. Hierzu ist eine Agile Verwaltung notwendig, welche die Basis für unser funktionierendes Gemeinwesen darstellt. Dass die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit längst im Bewusstsein der Unternehmerschaft angekommen sind, zeigt sich an vielen Beispielen. Viele Unternehmen sind bereits jetzt als Innovatoren und Multiplikatoren im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz aktiv. Beratung und Unterstützung in vielen Fragen aus diesem Bereich liefern nicht nur die Gemeindewerke Grefrath, sondern auch überörtliche Akteure, wie die Energie Agentur NRW. Beratung und Unterstützung bei der Akquise von Fördermitteln sind bereits jetzt möglich. Die Politik und Verwaltung sollten letztendlich als Vorbild agieren und innovative Projekte anstoßen, umsetzen und breit kommunizieren.

5. Die Umfragen der IHK zeigen regelmäßig, wie wichtig die Qualität der kommunalen Leistungen für die Unternehmen ist. Was planen Sie, um die Verwaltung wirtschaftsfreundlicher zu gestalten?

Die Gemeinde Grefrath setzt bereits jetzt auf ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Wirtschaft und Verwaltung. In Zukunft möchte ich den Bereich Wirtschaftsförderung weiter ausbauen und mit einem klareren Aufgabenzuschnitt versehen. Im Bereich Planen und Bauen muss an Lösungen gearbeitet werden, um Anträge zeitnäher zu bearbeiten. Hierzu möchte ich gemeinsam mit der Baugenehmigungsbehörde an Lösungsmöglichkeiten arbeiten. Die Ausweitung von digitalen Dienstleistungsangeboten ist ebenfalls angedacht.

6. Der Einzelhandel ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er spielt darüber hinaus auch als weicher Standortfaktor eine große Rolle. Welche Maßnahmen planen Sie, um eine Attraktivitätssteigerung der Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen? Wie stehen Sie insbesondere zur Berufung eines Citymanagers?

Als die Sport- und Freizeitgemeinde im Kreis Viersen brauchen wir eine Gesamtstrategie für unseren Ort und ein darauf abgestimmtes Marketingkonzept. Die Menschen möchten mehr als digitalen Konsum. Dieses „Mehr“ müssen wir bieten. Unser Ortskern muss begeistern, überraschen und inspirieren. Diese Qualitäten bieten nur vitale und attraktive Ortskerne. Die Ortsmitte in Grefrath sollte daher als Erlebnisraum ausgebaut werden. Eine attraktive Möblierung, freies W-Lan und eine ansprechende Gestaltung halte ich hier für notwendig. Im Rahmen einer „Bürgerwerkstatt Ortskern Grefrath“ möchte ich die vorhandenen Ideen bündeln und gemeinsam mit Eigentümern, Betrieben und Bürgerschaft in die Umsetzung bringen. Wir verfügen über eine außergewöhnliche Infrastruktur mit hoher Magnetwirkung. Hier benötigen wir Lösungen, um die Menschen, die Grefrather Institutionen besuchen, auch in unseren Ortskern zu locken. Hierbei können auch digitale Systeme zum Einsatz kommen. Für den Ortskern Oedt steht im Rahmen unseres Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) eine aufwendige Neugestaltung an. Die dazu entwickelten Planungen sollten umgesetzt werden. Darüber hinaus werde ich mich dafür einsetzen, das ISEK über das Jahr 2022 hinaus fortzusetzen. Die Möglichkeiten des Sonderprogramms zur Stärkung von Zentren müssen sondiert und mit geeigneten Maßnahmen umgesetzt werden.

7. Durch welche konkreten Maßnahmen möchten Sie die kommunale Verkehrsinfrastruktur verbessern?

Das Vermögen unserer Gemeinde ist das Anlagevermögen, also auch unsere Straßen und Wege. Um dieses Vermögen müssen wir uns kümmern. Daher bin ich für ein transparentes und nachvollziehbares Sanierungsprogramm für Gemeindestraßen.

Insbesondere der Radverkehr wird in unserer Region immer beliebter. Sei es durch Alltagsfahrten oder touristisch. Daher möchte ich Radverkehrsverträglichkeitsprüfungen bei Baumaßnahmen standartmäßig durchführen, um die Belange des Radverkehrs zu fokussieren. Darüber hinaus möchte ich Fahrradabstellanlagen an wichtigen Zielpunkten des Radverkehrs ausbauen und Fahrradstraßen einrichten.

8. Wo legen Sie Schwerpunkte bei der Sicherung der Erreichbarkeit der Wirtschaftsstandorte? Sehen Sie die Notwendigkeit für ein Mobilitätskonzept?

Das Thema Mobilität sollte in einem größeren Gesamtkontext gesehen werden. Die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes und die Erstellung des Radverkehrskonzeptes des Kreis Viersen sind Bausteine eines kreisweiten Mobilitätsangebotes. Ein Gesamtkonzept, das alle Kommunen des Kreises einbezieht, ist richtig und wichtig. ÖPNV, Radverkehr, und Sharing-Angebote lassen sich nur gemeinsam intelligent vernetzen und umsetzen. Insbesondere im ländlich geprägten Raum brauchen wir Lösungen, die Wirtschaftsstandorte auf vielfältige Weise erreichbar machen. Wegen mangelnder Alternativen ist aktuell immer noch das Auto erstes Verkehrsmittel. Daher müssen wir Sorge tragen, dass das Straßennetz sich in einem guten Zustand befindet.

9. Viele Unternehmen, die sich am Niederrhein ansiedeln oder vergrößern möchten, beklagen sich über einen Mangel an Gewerbeflächen. Die regionale Wirtschaft fordert daher eine verstärkte Ausweisung von Gewerbegebieten. In Grefrath stehen kaum noch freie Flächen für Gewerbe und Industrie zur Verfügung. Wie stehen Sie zur Ausweitung des Gewerbeparks Wasserwerk?

Die Ausweitung des Gewerbeparks Wasserwerk, und die damit verbundene Vermarktung, wird maßgeblich durch mich bearbeitet. Daher sehe ich die Ausweitung als sehr positiv. Darüber hinaus wird die Flächenfrage eine der entscheidenden der Zukunft werden. Ich stehe für eine proaktive Flächenstrategie, welche die Sicherstellung von Flächen für zukünftige Entwicklungschancen für Gewerbe- als auch Siedlungsentwicklung ermöglicht. Auch die Fragestellung zu Alt-Flächen wird zunehmend wichtiger werden. Ich möchte, dass die Gemeinde, schon allein aus Stadtentwicklungsperspektive, in die Hoheit entscheidender Flächen gelangt, um Brachen zu vermeiden und Flächenbevorratung aus spekulativem Interesse zu verhindern. Die Umsetzung einer Grundstücksvermarktungs- und Entwicklungsgesellschaft, gerne auch in interkommunaler Zusammenarbeit, könnte hier hervorragende Akzente setzen.

10. Das Niveau der Steuerhebesätze am Mittleren Niederrhein ist vergleichsweise hoch. Das schwächt die Standortqualität der Region. Sehen Sie Potenzial für Senkungen der Realsteuersätze in Grefrath in den kommenden fünf Jahren?

Aktuell bestimmt die Corona-Krise auch die Debatte um den kommunalen Haushalt. Daher ist es auch nicht seriös abzusehen, ob die Realsteuerhebesätze in den nächsten fünf Jahren abgesenkt werden können. Die Konsolidierungspolitik der letzten Jahre hat der Gemeinde in finanzieller Sicht geholfen und ermöglicht, die Haushaltssicherung zu verlassen. Diesen Kurs gilt es weiterhin zu verfolgen, um so Spielräume für etwaige Senkungen zu schaffen.

Kurzprofil des Standortes

Die Arbeitslosenzahlen sind in Grefrath in den letzten zehn Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist etwas stärker als in Grefraths Referenzkommunen und in NRW. Die Beschäftigung hingegen ist insgesamt um fünf Prozent auf 3.200 Beschäftigte zurückgegangen. In NRW und vergleichbaren Kommunen ist sie dagegen gestiegen. Hier liegt Grefrath deutlich zurück.

Die Kaufkraft in Grefrath liegt auf NRW-Niveau, jedoch profitiert der Einzelhandel aufgrund eines hohen Kaufkraftabflusses weniger davon, als es in vergleichbaren Kommunen der Fall ist.

Die Gewerbesteueraufbringungskraft liegt mit 333 Euro pro Einwohner unter dem Vergleichsdurchschnitt. Sie ist jedoch seit dem Jahr 2013 deutlich stärker angestiegen als in den Vergleichskommunen. Grefrath weist einen unterdurchschnittlichen Schuldenstand auf. Dieser liegt brutto bei rund 1.520 Euro je Einwohner.

Weitere Informationen, Analysen und Positionen zu den Wirtschaftsstandorten am Mittleren Niederrhein finden Sie hier.